Stendal l So war sicher die Gefühlslage der Kicker vom 1. FC Lok Stendal nach der Oberligapartie bei der TSG Neustrelitz. Dass ein anderer Auftritt nach dem letzten Heimspiel gegen Ludwigsfelde, welches deftig 1:6 verloren wurde, von Nöten war, war sicher allen Spielern klar.

Doch mit der TSG Neustrelitz stand auswärts ein dicker Brocken im Weg. Aber von der ersten Minute an stand eine Stendaler Mannschaft auf dem Feld, die gewillt war, was zu reißen.

„Ich bin überglücklich über den Punkt. Wir haben diesen mehr oder weniger nicht verdient. Ich bin richtig sauer. Einige Spieler dachten wir haben drei Siege und wir können heute hier mit 50 oder 60 Prozent gewinnen“, zählte Gastgebertrainer Tomasz Grzegorczyk sein Team an.

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Lok bestimmt die Szenerie

Vor allem die erste halbe Stunde war Lok auch die durchaus bestimmende Mannschaft und belohnte sich mit dem 1:0 durch Denis Neumann. „Sie haben das sauber gemacht und den Stellungsfehler in unserer Viererkette genutzt. Meine Enttäuschung ist noch größer, das wir danach keine Lösung gefunden haben“, fuhr TSG-Coach Grzegorczyk weiter fort.

Dabei ist Lok-Trainer Jörn Schulz mit ziemlichen gemischten Gefühlen nach dem letzten Auftritt zu Hause in den Bus gestiegen. „Wir haben zuletzt grausam gespielt und zurecht auf die Mütze bekommen.“ Doch seine Truppe zeigte diesmal ein ganz anderes Gesicht gegen diesen starken Kontrahenten. „Die Mannschaft hat eine starke Leistung und eine tolle Reaktion gezeigt. Vielleicht hat uns Neustrelitz auch etwas unterschätzt“, meinte Jörn Schulz weiter.

Gehadert haben die Spieler und Fans mit der Schiedsrichterleistung, gab es mindestens drei höchst umstrittene Szenen. Gleich nach der Pause fühlte sich Sebastian Hey zu unrecht von Frauenbundesliga-Schiedsrichterin Sandra Stolz mit Gelb-Rot bestraft. Danach wurde Denis Neumann ein Treffer wegen angeblichen Foul aberkannt und schließlich gab es beim Ausgleichstreffer in der 94. Minute ärger, soll doch die Kugel zuvor bereits im Aus gewesen sein. Trotzdem können die Stendaler stolz sein auf die Leistung, müssen in zwei Wochen aber daran anknüpfen.