Stendal l Am Sonnabend hat der 1. FC Lok Stendal sein Auswärtsspiel beim MSV Pampow mit 0:5 Toren verloren. Bis zum Sonntag hat Trainer Jörn Schulz mit seiner Elf jetzt einige Hausaufgaben zu erledigen.

Lok Stendal ist nicht schlechter

Die wichtigste Frage nach dem Spiel – War Lok wirklich fünf Tore schlechter als die Platzherren? – ist schnell beantwortet. Nein! So sah es Trainer Jörn Schulz und auch MSV-Trainer Ronny Stamer.

Lok hatte vor dem Tor kein Glück und hinten einen rabenschwarzen Tag. Dazu kam, dass Mister Zuverlässig im Stendaler Sturm, Denis Neumann, beruflich fehlte. Und der Gegner hatte es auch in sich.

MSV Pampow bestes Schweriner Team

Obwohl unbekannt und „nur“ Aufsteiger verbirgt sich hinter dem vielen nichts sagenden Namen MSV Pampow die derzeit beste Schweriner Mannschaft. Immerhin Landeshauptstadt mit entsprechendem Umfeld. Der MSV verfügt über eine Sportanlage, die mit mehreren Spielfeldern, Kunstrasenplatz und einem Hauptplatz mit überdachter Tribüne in der Liga ihres Gleichen sucht.

Im Nachwuchsbereich sind die Randschweriner gut aufgestellt und ihre U23 steht in der Landesklasse auf dem vierten Platz. Die 16 Punkte der Pampower nach zehn Spieltagen kommen nicht von ungefähr, sondern da gibt es einen Verein, der was erreichen will und offensichtlich auch weiß, wie man das macht.

Einstellung stimmte bei Lok nicht

Das ist eine Erklärung für das Resultat, kann aber keine Entschuldigung sein. Das Grundübel sieht Trainer Jörn Schulz in der Einstellung seiner Mannschaft. „Was ich meiner Mannschaft vorwerfe und was mich richtig ärgert ist, dass wir leidenschaftslos gespielt haben und überhaupt nicht in den Zweikämpfen drin waren, und, dass, wenn es mal böse aussieht, wir das Spiel so herschenken“, sagte er nach dem Spiel. Unter dem Strich waren die Stendaler bis zum Schluss engagiert, aber die Gegentore resultierten alle aus verlorenen Zweikämpfen an der Mittellinie.

Pampow zeigte mit ganz einfachen Mitteln auf, wie die Stendaler Mannschaft zu bespielen ist. Hoffentlich hat sich das Video kein anderer Trainer angeschaut. Die Stendaler Viererkette war den schnellen Stürmern nicht gewachsen. Oft rückte sie bei den Offensivbemühungen weit auf, das war in diesem Fall tödlich. Ein tiefer Ball, egal wohin gespielt, reichte aus, um für Chaos und Gefahr zu sorgen.

Giebichenstein hält weitere Chancen

Pampows Stürmer Dias und Ernst ließen die Stendaler Verteidiger stehen wie Slalomstangen und waren vor dem Tor eiskalt. Bryan Giebichenstein im Stendaler Tor konnte einem leid tun. Wenn er nicht noch ein, zwei mal gerettet hätte, wäre es richtig dick gekommen.

Am Sonntag kommt mit Tasmania Berlin eine Mannschaft aus dem Mittelfeld, gegen die man punkten sollte. Wer aber von Lok ein Offensivfeuerwerk erwartet, wird wohl enttäuscht werden. Die Lehren aus dem Pampow-Spiel heißen: hinten dicht, Mittelfeld gut gestaffelt, über die Flügel Bälle vor das Tor bringen und in Führung gehen.