Tangermünde l Sportredakteur Frank Kowar sprach mit dem Mittelfeld-Strategen früherer Tage.

Volksstimme: Herr Schulze, Saxonia Tangermünde wurde mit Ihnen 1994/95 Vizelandesmeister. An was können Sie sich noch erinnern?

Dirk Schulze: Das ist so lange her. Ich war damals 24 und einer der jüngeren Spieler. Ich weiß noch, ich habe im Mittelfeld zentral gespielt und Jürgen Dobberkau hat diese Mannschaft als Trainer geprägt.

Tangermünde war vor der Saison nicht gerade ein Kandidat auf Platz zwei. Was hat das Team ausgezeichnet?

Ganz klar der Zusammenhalt. Wir waren fast alles Tangermünder und kannten uns. Und die, die zu gekommen sind, ich denke da besonders an Sven Horstmann, sind nicht wegen des Geldes nach Tangermünde gewechselt. Sie wollten so hoch wie möglich spielen. In der Verbandsliga. Das ist heute ja oft nicht mehr so und vielen Spielern egal, da steht das Sportliche nicht mehr so im Vordergrund.

Das allein ist es aber doch nicht gewesen?

Es gab damals viele Mannschaften, die waren uns spielerisch überlegen. Wir hatten im Team Spieler, die fußballerisch vielleicht nicht so gut waren. Aber Jürgen hat es verstanden, sie einzustellen. Er hat ihnen Aufgaben gegeben. Die haben sie erfüllt, haben läuferisch und kämpferisch alles gegeben. Ich denke da besonders an Lars Jazbinsek.

Derzeit spielt Saxonia Tangermünde zwei Etagen tiefer, in der Landesklasse. Warum wird es so einen Erfolg wie 1995 nicht mehr geben?

Kann es geben. Vielleicht nicht in der Verbandsliga. Das Niveau von früher und heute kann man schlecht vergleichen. Aber unsere erste Mannschaft ist auf einen guten Weg. Es stehen wieder junge Leute aus dem eigenen Nachwuchs im Kader. Die, die gekommen sind, ich denke da an die beiden Tangerhütter Rosario Schulze und Patrice Boehm, wollen sich sportlich beweisen, sie wollen so hoch wie möglich spielen.