Stendal l Ganz Deutschland blickt am Montag wieder auf die Politik, wenn Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten in einer Konferenz die momentane Coronalage besprechen. Vor allem die zahlreichen Sportlerinnen und Sportler im Amateurbereich hoffen, dass sie ihrem Lieblingshobby wieder nachgehen könnnen.

Auch der hiesige Fußball-Landesverband (FSA) steht in den Startlöchern, um bei grünem Licht aus der Politik die Fußballsaison sofort wieder anzuschieben. „Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich wieder den Spielbetrieb wieder hochzufahren. Dafür müssen aber in erster Linie die gesetzlichen Vorgaben erfüllt sein. Darum werden wir noch den Montag abwarten und dann am Dienstag weitere Schritte in die Wege leiten“, sagt Jörg Bihlmeyer, Vizepräsident im FSA und verantwortlich für das Spielwesen.

Videokonferenzen mit den Teams

Mit weiteren Schritten bezieht sich Bihlmeyer auf den Dialog mit den Vereinen auf Landesebene. „Wir werden via Video-Konferenzen die Mannschaften zu ihren Positionen befragen. Trauen sie sich einen Start direkt zu. Es ist für alle eine spezielle Situation und es kann auch möglich sein, dass einige Landkreise oder Kommunen ihre Sportanlagen dann noch nicht freigegeben haben. Hier wären dann erst einmal Auswärtsspiele für die betreffenden Teams denkbar. Wichtig ist, dass wir erst einmal eine komplette Hinrunde spielen“, so Bihlmeyer weiter.

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Und auch der Austausch mit den Kreis- und Stadtfachverbänden soll gesucht werden. „Wir können ja die Video-Schalten nur auf Landesebene durchführen und uns dann ein Meinungsbild verschaffen. Dies gilt es dann transparent auch zu den Kreisen zu kommunizieren“, sagt der FSA-Funktionär. Auch der Jugendfußball soll, wenn das „Go“ kommt, im Dezember wieder den Spielbetrieb aufnehmen.

Zu einigen Aussagen von Vizepräsident Jörg Bihlmeyer haben die Trainer von den Mannschaften aus dem Landkreis Stendal, dies betrifft hauptsächlich erst einmal die drei Vertretungen der Landesliga, eine klare Vorstellung. So äußerte sich Tangermündes Trainer Steffen Lenz wie folgt: „Da halte ich wenig von. Das wäre in meinen Augen auch Wettbewerbsverzerrung. Wir können doch nicht nur im Harz spielen, wenn es da erlaubt wäre. Das sind auch Kosten die auf die Vereine zukommen, die schwer zu stemmen werden.“

Tangermünde steht auf Platz eins

Ansonsten ist der Saxonia-Trainer auch ziemlich geknickt: „Die Situation ist ziemlich frustrierend und alles ist schlimmer als beim ersten Lockdown. Man kann als Amateur seinem Hobby nicht nachgehen. Einige Bundesländer erlauben ja wenigsten den Nachwuchs zu trainieren. Das ist schon richtig deprimierend.“ Der einzige positive Fakt ist aus Sicht der Elbestädter, sie können sich freudig die Tabelle einige Wochen lang anschauen, wo sie den Platz an der Sonne einnehmen.

Auf dem sechsten Tabellenrang ist derzeit Havelwinkel Warnau platziert. Die Männer aus Ostelbien standen ebenfalls schon in dieser Serie an der Spitze des Tableaus. Coach Michael Tiersch sieht die Lage wie folgt: „Wir brauchen ein abschließbares Resultat. Ich habe mich auch schon zur Videokonferenz angemeldet.“ Mit dem Thema Corona mussten sich die Warnauer auch schon auseinander setzen. Da lobte Tiersch besonders die gute Komunikation mit dem Staffelleiter. „Wir hatten auch schon zwei Fälle, einen falsch positiven und bei einem Akteur hat sich die Frau angesteckt. Er selber war aber negativ. Unser Staffellleiter hat da sehr flexibel reagiert vor dem Ummendorf-Spiel.“

Der Übungsleiter der Warnauer hofft darauf, dass es im Dezember weiter geht. „Wenn ich zum Training könnten, würde ich mich freuen und wenn sie uns eine Woche Zeit geben, dann würden wir auch gerne wieder spielen. Wir sind doch auch kein Ballungsgebiet. Ich hoffe sogar ein wenig auf die ganze Polemik.“

Gesundheit geht vor

Bei der ganzen Euphorie die Michael Tiersch verbreitet, bleibt er auch sachlich und ist sich bewusst, dass die Gesundheit aller im Vordergrund steht. Abschließend sagte er. „Vielleicht warten wir bis Januar und ziehen das Ding dann durch. Ich bin da hoffnungsvoll, nur Training ist auch nicht gut. Aber es wäre schon ein Anfang und man käme Mal raus. Das fehlt mir und den Spielern natürlich auch.“

Momentanes Sorgenkind ist etwas der TuS Bismark auf dem 15. Platz. Doch mit solchen Situationen kennen sich die Schwarz-Weißen aus. Sollte es aber nur zum Beispiel am Ende dieser Spielzeit eine einfache Runde geben, muss sich die Elf um Coach Christoph Grabau natürlich noch sputen, um einige Ränge hochzurücken.

Ideen sind nicht gut

Der Trainer der Altmärker findet diese Ideen, um weiterzuspielen, wenn es im eigenen Kreis nicht geht, auswärts anzutreten, nicht besonders gut. „Das ist natürlich totaler kokulores das so durchzuziehen mit einer Hinrunde und dann hat eine Mannschaft mit vielen Auswärtsspielen einen deutlichen Nachteil. Da gäbe es eine Ungerechtigkeit, die vor einem Sportgericht auch schwer haltbar wäre. In Sachsen-Anhalt sind einige Entscheidungen nicht glücklich gefallen, was die Ligenstärke betrifft. Das wäre nicht fair.“ Grabau sieht auch eher Schwarz die Spielzeit korrekt zu beenden: „Die Saison ist meiner Meinung nach schwer zu retten mit der aufgepumpten Ligen. Wenn es machbar wäre, ist es schön wieder Fußball zu spielen. Wir werden sehen wie es im Dezember ist. Aktuell hat unserer Gesundheitsminister gesprochen, dass es schwer ist Feiern durchzuführen. Daher mutmaße ich, dass es auch schwer wird Sport zu treiben.“

Der Fußballverband muss nun genau abwarten was entschieden wird. Anschließend werden sich bestimmt der FSA und die Vereine in einem konstruktiven Dialog darauf einigen, wie es weitergeht und welche Varianten bevorzugt werden.