Stendal l Am 7. Spieltag der Fußball-Oberliga, Staffel Nord, hat der 1. FC Lok Stendal gegen die TSG Neustrelitz ein 1:1 (0:0) in letzter Minute erkämpft.

Mehrere hunderprozentige Chancen

„Das habe ich auch noch nicht live gesehen.“ Gästespieler Nils Röth, der später eingewechselt wurde, sah an der Torauslinie beim Warmmachen wie Lok in der 30. Minute gleich mehrere hundertprozentige Chancen vergab. Ball am Pfosten, Ball abgewehrt, wieder an den Pfosten – nur nicht über die Linie.

Mittendrin im Getümmel Stendals Kapitän Philipp Groß, der am Ende der Partie von der besten Saisonleistung sprach.

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Stendal strotzt vor Spielfreude

Diese Szene war für das Spiel symptomatisch. Stendal strotzte vor Spielfreude und kreierte eine Chance nach der anderen.

Die Murmel wollte aber einfach nicht über die Linie. Das 0:0 zur Pause schmeichelte den Gästen. „In der ersten Halbzeit haben wir richtig gut gespielt“, freute sich auch Loks Interims-trainer Daniel Fest.

Bryan Giebichenstein hält stark

Nach dem Wechsel waren die Stendaler gegen einen kompakt stehenden Gegner nicht mehr so offensiv, ließen aber auch hinten kaum was anbrennen. Als der flinke N Diaye einmal durch war, zeigte Loks Torhüter Bryan Giebichenstein eine starke Leistung, fischte ihm das Leder von den Füßen. (48.).

Dennoch fiel Loks Gegentreffer, aus dem Nichts. Nach einem Eckball traf Lieskiewicz per Kopf (70.).

Sollte Lok sich für die gute Leistung nicht belohnen und nach 90 Minuten mit leeren Händen dastehen?

Daniel Fest stellt um

Fest stellte um und korrigierte die Taktik. Als wohl niemand mehr daran glaubte, traf Marcel Werner in der 90. Minute aus dem Gewühl. Das war Freude pur. Und dieser eine Punkt so was von verdient.

Es war fast eine ähnliche Szene wie in der 30. Minute, als Lok gleich drei Chancen auf einmal liegen ließ. Röth hatte genau mitgezählt und verbesserte alle Mithörer: „Das waren vier Hundertprozentige.“ Wenn Lok diese Möglichkeiten das nächste Mal besser nutzt, dann sind auch einmal gegen ein Spitzenteam drei Zähler drin. So war es am Ende ein Punkt des Willens. Nur TSG-Trainer Tomasz Grzegorczyk staunte: „Ihr habt euch diesen Punkt verdient. Ich weiß überhaupt nicht, warum ihr in der Tabelle so weit unten steht.“