Seehausen l Mit SG-Rückraumspieler Alexander Söhnel (35), der jetzt bereits 28 Jahre im ostaltmärkischen Verein ist, hat sich Volksstimme-Sport­redakteurin Jeannette Heinrichs unterhalten.

Volksstimme: Wie sind Sie zum Handball gekommen?

Alexander Söhnel: Ich bin durch meine Mama (Christina Söhnel, Anm. d. Red.), die jahrelang Vorsitzende der SG Seehausen war, zum Handball gekommen. Sie hat mich in die Richtung gebracht. Natürlich auch durch meine Freunde, die zu dem Zeitpunkt auch Handball gespielt haben. Da war es für mich ein Leichtes, zum Handball zu kommen.

Was macht für Sie den Reiz am Handball aus?

Die Schnelligkeit, die taktischen Sachen. Alles zusammen halt. Das Tempo, das Umschaltspiel zwischen Abwehr und Angriff. Das man sich darauf nicht vorbereiten kann. Man muss gleich wieder vorbereitet sein, in die Abwehr zu gehen, wenn man im Angriff war. Das hat alles so seinen Reiz und man weiß nie, was gerade passiert. Das sind Momente die du in Sekundenbruchteilen erahnen musst.

Welche Sportart würden Sie gern mal ausprobieren?

Kann ich nicht sagen. Ich habe schon viele Sportarten gemacht, die für mich interessant sind. Jede Sportart an sich hat ein Für und Wider.

Wie lief die Saison bisher aus Ihrer Sicht?

Aus meiner Sicht sind wir schlecht gestartet, natürlich auch personell- und verletzungsbedingt. Es hätte von vornherein ein bisschen besser laufen können, auch weil wir junge und gute Spieler haben. Ich hoffe, dass es so bleibt wie es jetzt ist.

Wohin soll die Entwicklung für dich und die Mannschaft in den nächsten Jahren hingehen?

Es ist schwer abzuschätzen, da wir eine sehr ländliche Region sind und nie einer weiß, wie es, bei vielen, die studieren oder auch eine Ausbildung machen, danach im Arbeitsleben weitergeht. Wir müssen immer von Saison zu Saison gucken und das Bestmögliche daraus machen und sehen, welche Spieler für uns für jede einzelne Saison zur Verfügung stehen.

Wo sehen Sie Ihre Stärken und Schwächen?

Mein Stärken, hmm. Ich glaube, ich bin ein Spieler der immer versucht, das Bestmögliche herauszuholen, ob für die Mannschaft oder den Verein. Meine Schwäche ist, dass ich bei manchen Sachen sehr resistent bin und nicht verlieren will oder kann und damit manchmal nicht so richtig umgehen kann.

Auf welche Trainingsübung könnten Sie verzichten?

Laufen ist überhaupt nicht mein Ding, auch wenn es zum Handball dazugehört. Aber so eines stupides Laufen wie beim Marathon - no go.

An welches Spiel erinnern Sie sich gerne zurück? Welches würden Sie am liebsten aus Ihrem Gedächtnis streichen?

Das Aufstiegsspiel gegen Ilsenburg war für mich das Highlight meiner ganzen Karriere gewesen. Sowas bekommst du nie wieder und immer wenn ich davon erzähle, bekomme ich immer noch Gänsehaut. Ein schlechtes Spiel gab es eigentlich keines so richtig. Klar, hatten wir ein paar Niederlagen, auch damals, wo wir noch in der Oberliga gespielt haben, das war frustrierend. Niederlagen helfen, auch wenn bei einigen schwerwiegende Verletzungen waren. Wir sind immer wieder aufgestanden und da gibt es kein Spiel, welches ich vergessen würde.

Wer ist Ihr Lieblingsmitspieler und wer Ihr Lieblingstrainer?

Es gibt für mich keinen Lieblingsmitspieler oder Lieblingstrainer. Jeder Mitspieler, so wie ich auch, hat seine Stärken und Schwächen und die muss man respektieren. Beim Trainer ist es das gleiche. Jeder Trainer ist anders, das muss man auch hinnehmen und irgendwie zusammen einen Konsens finden, dass es zusammen läuft, jeweils beim Spieler als auch beim Trainer.

Bei welchem Spieler sind Sie froh, dass er mit Ihnen nicht in einer Mannschaft spielt?

Da ich ja jahrelang dem Verein SG Seehausen ohne Wechsel angehöre, kann ich nicht sagen mit wem ich nicht zusammen spielen würde. Andersrum, die Spieler die nach Seehausen wechseln, ob die vielleicht nicht mit mir zusammen spielen wollten (lacht)? Ich habe keinen Hass-Spieler.

Welcher Gegner oder Gegenspieler sind Ihnen im positiven oder negativen Sinne im Gedächtnis geblieben?

Positiv war die Fan- beziehungsweise Spielfreundschaft mit Wittenberg, da haben wir uns auch sehr heimisch gefühlt. Das Negative in der Karriere ist, wenn du krankheitsbedingte Spieler verlierst, mit denen du auf der Platte gestanden hast und auch Gegner, die durch tragische Krankheiten ihr Leben verloren haben. Das ist natürlich nicht schön und man denkt darüber nach. Das wünscht man keinem.

In welcher Halle spielen Sie besonders gern?

Natürlich in unserem Wischedom (Wischelandhalle, Anm. d. Red.).

Bei welchem Verein ist es nach dem Spiel am gemütlichsten?

Da gibt es mehrere Vereine, wo wir immer gut aufgenommen wurden. Als erstes nenne ich da mal den HBC Wittenberg. Ein sehr sympathischer Verein, auch mit den Spielern. Mit Güsen war es auch immer eine schöne Zeit gewesen. Mit der SG Lok Schönebeck war es damals ein schöner Pokalfight, die waren Oberliga und wir zwei Ligen tiefer. Das waren schöne Momente, die vergisst man als Sportler nicht.

Vielen Dank für das Gespräch.