Stendal l Nachdem Verbandstag des Kreisfachverbands (KFV) Fußball Altmark-Ost hieß der neue Vorsitzende des Sportgerichts Robert Stähr. Neu ist das Feld für den 33-Jährigen aber nicht, da er bereits als Sportrichter tätig war. Über die Veränderungen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit hat sich Volksstimme-Autor Stefan Rühling mit ihm unterhalten.

Volksstimme: Herr Stähr, wie geht es Ihnen?

Robert Stähr: Mir geht es gut, danke der Nachfrage. Obwohl die ersten Wochen schon sehr viele neue Herausforderungen mit sich gebracht haben.

Diese wären?

Direkt in der Woche nach dem Verbandstag sind die ersten Fragen unserer Staffelleiter auf meinem Tisch gelandet. Denn kurzfristig wurde ein Satz in der Spielordnung geändert und sie wollten nun wissen, wie sich richtig verhalten sollten. Weiterhin wurden, resultierend aus Freundschaftsspielen, zwei Verfahren eröffnet, die es zu bearbeiten galt.

Sie leben und arbeiten in Magdeburg, bleiben dennoch beim KFV Altmark-Ost. Wie kommt es dazu?

Meine Frau und ich werden zeitnah unseren Wohnsitz wieder näher an die altmärkische Heimat verlegen, so dass für mich nicht zur Diskussion stand, auch weiterhin im KFV mitzuarbeiten. Im Frühjahr entstand dann die Situation, dass die damaligen Verantwortlichen einen neuen Vorsitzenden des Sportgerichts gesucht haben, weil André Rauschenbach ausscheiden wollte. So kam es zum Gespräch mit mir und nach Rücksprache mit Jens Seemann, der schon deutlich länger als ich als Sportrichter tätig ist aber nicht kandidieren wollte, habe ich mich dann zunächst mit meiner Frau abgestimmt und dann für das Amt zur Verfügung gestellt.

Früher waren Sie Schiedsrichter-Ansetzer, jetzt haben Sie sich zum Vorsitzenden des Sportgerichts wählen lassen. Was hat Sie an dem Posten gereizt?

Ich konnte in den letzten vier Jahren bereits Erfahrungen im Verbandsjugendsportgericht des FSA und im Kreissportgericht des KFV sammeln. Da ich mittlerweile mehr als 20 Jahre Schiedsrichter bin, kann ich mich in fußballspezifische Situationen gut hineindenken und so hoffentlich auch faire Urteile für die Beteiligten sprechen. Ich möchte dem Fußball und den Vereinen gerne einiges zurückgeben. Dieser Sport ist seitdem ich fünf Jahre alt bin ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Und jünger werde ich leider nicht, weshalb das Ehrenamt auch außerhalb des Fußballs so für mich immer wichtiger wird.

Wie haben Sie die Wahl beim Verbandstag erlebt?

Ich fand die Organisation durch unsere Amtsvorgänger sehr gelungen. Auch die Atmosphäre mit den Vereinsvertretern empfand ich als sehr angenehm. Natürlich war ich auch etwas aufgeregt, wie die Delegierten mich wahrnehmen würden, da ich zwar als Schiedsrichter aber nicht großartig darüber hinaus im Vorfeld bekannt war.

Das Ergebnis für Sie war eindeutig – hat Sie das überrascht?

Ich hatte schon mit ein paar Enthaltungen mehr gerechnet, da ich ja auch noch recht jung bin. So nehme ich diesen Vertrauensvorschuss aber sehr gerne an und werde versuchen, diesen mit dem Team des Präsidiums und meinen beiden Sportrichterkollegen in den nächsten vier Jahren zu rechtfertigen.

Wie verlief die Übergabe durch Ihren Vorgänger und wie sind Sie Ihre neue Funktion dann angegangen?

Die Übergabe funktionierte einwandfrei. Ich habe die notwendigen Unterlagen und Urteile der letzten Jahre erhalten. Auch auf diesem Wege bedanke ich mich noch einmal bei André Rauschenbach für das gut bestellte Feld und das weiterhin offene Ohr bei Problemen.

Worin sehen Sie Ihre konkreten Aufgaben im Präsidium?

Ich habe innerhalb des Präsidiums eine beratende Funktion und kein Stimmrecht, da ich in meiner Funktion als Sportrichter ja eine Neutrale darstelle. Weiterhin habe ich jetzt noch die Protokollierung der Vorstandssitzungen übernommen.

Wie darf man sich die Arbeit im Sportgericht vorstellen?

Das Kreissportgericht ist klassisch für alle sportrechtlichen Belange im kreislichen Fußball verantwortlich. Wir prüfen bei Verfahrensanträgen die Zuständigkeit und führen in der Regel schriftliche Sportgerichtsverfahren durch. Natürlich kann es bei besonderen Fällen auch zu Präsenzverfahren mit mündlichen Anhörungen etc. kommen. Dies ist aber zum Glück auch in den letzten Jahren die absolute Ausnahme gewesen. Weiterhin sind wir Ansprechpartner bei rechtlichen Problemen und Anfragen der Staffelleiter und natürlich auch der Vereine. Wir haben immer ein offenes Ohr und prüfen die Anfragen.

Es fällt auf, dass Ihr Amtskollege aus dem KFV Altmark-West, auch als Sportrichter im hiesigen KFV geführt wird. Wie kommt es zu dieser Konstellation?

Auch wir im Sportgericht haben mit personellen Problemen zu kämpfen. Aus der vorherigen Konstellation sind neben dem Vorsitzenden André Rauschenbach noch zwei weitere Sportrichter, Bernd Voss und Guido Völz, auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Es gibt in einigen Ausschüssen bereits eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Ausschüssen in der westlichen Altmark. So bestehen hier schon gute Beziehungen zueinander. Der Sportrichter Thorsten Ebeling ist auf Michael Müller zugekommen und hat sein Interesse an der Mitarbeit bekundet. Nach einem persönlichen Gespräch stellten wir beide fest, dass wir grundsätzlich die gleichen Arbeitsweisen insbesondere mit der Technik des DFBnet verfolgen. Weiterhin ist Thorsten in unserem Kreis kein Unbekannter. Er hat für mehrere Vereine selbst gespielt und arbeitet in Uchtspringe. Und wer weiß, auch in Altmark West ist das Sportgericht derzeit nur sehr dünn besetzt, vielleicht kommt es dort bei dem nächsten Kreisverbandstag zu einer ähnlichen Konstellation.