Stendal l Trotz unzähliger Proteste und Vorschläge der Leichtathletik-Basis lässt der hiesige Landesverband die traditionellen Wettbewerbe für Kinderaltersklassen nicht zu. Nach 22 Jahren sind dadurch die beliebten Wettkämpfe der Winckelmannn-Games in Gefahr, und so waren Ideen gefragt.

Landrat Carsten Wulfänger, Stendals OB Klaus Schmotz, Peter Ludwig (Chef des Stendaler Leichtathletikvereins), Maik Hornuff (Vorsitzender Handballverein Lok) und Siegfried Wille (Vorsitzender BFV Leichtathletik Magdeburg, SLV-Ehrenmitglied) trafen sich am Mittwochabend dazu.

In der Gesprächsrunde ging es um die neue Kinder– Leichtathletik, denn wie bei den Wettkampforganisatoren der Vereine stößt das Verbot des Landsverbandes von Sachsen-Anhalts, in den Kinderaltersklassen (AK 10 und darunter) die traditionellen Wettbewerbe wie 50 Meter, Weitsprung und Ballwurf nicht mehr zuzulassen, bei Landrat und OB auf Unverständnis und Ablehnung.

Verbandsführung favorisiert Kinder-Leich

Die in der Verbandsführung favorisierte „Kinder-Leichtathletik“ ist vielleicht eine neue, auf die Leichtathletik orientierte Wettkampfform, die jedoch nur parallel zur traditionellen Leichtathletik laufen kann.

Seit Jahrzehnten jedoch werden 50 Meter, Weitsprung und Ballwurf für die Jüngsten ausgeschrieben. Diese Wettbewerbe sind Grunddisziplinen der Leichtathletik auch im Schulsport und zum Teil im Sportabzeichenprogramm. Die Stendaler Zwergen–Olympiade sowie die hiesigen Kreis-, Kinder- und Jugendspiele in der Leichtathletik beinhalten seit fast 30 Jahren diese traditionellen Wettbewerbe.

Handball und Leichtathletik arbeiten zusammen

Es gibt Rekorde und Bestleistungen, um deren Verbesserung die Mädchen und Jungen kämpfen. Dafür trainieren sie. Seit Jahrzehnten gibt es in Stendal eine super Zusammenarbeit zwischen Handballern und Leichtathleten. So waren unter anderem Hans Puchert, Gerhard Heine, Hans Riecke und Siegfried Wille in beiden Sportarten im Einsatz.

Beim Bau des neuen Stendaler Leichtathletik-Stadions Am Galgenberg in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts leisteten Handballer und Leichtathleten gemeinsam zahlreiche Stunden. Seit vielen Jahren unterstützen die Handballer den Stendaler LV bei Wettkämpfen als Kampfrichter und Helfer.

Als nach der Wende die Kreisunion im Handball zu zerbrechen drohte, weil zu wenig Mannschaften gemeldet hatten, funktionierten sich die SLV-Männer zu einer Handballmannschaft um und stiegen in den KFV-Spielbetrieb ein. Gemeinsam schrieben und schreiben also Handball und Leichtathletik schon immer Sportgeschichte im Landkreis Stendal.

Nun sind die Leichtathleten in Not, und da sind die Handballer wieder zur Stelle. Landrat, OB und SLV-Vertreter stellten klar, dass sie die neue Kinder-Leichtathletik nicht etwa ablehnen, jedoch gleichzeitig auch den Fortbestand der traditionellen Leichtathletik fordern. Da der zuständige Leichtathletikverband das nicht akzeptiert, begrüßen Landrat und Stadtoberhaupt die Bereitschaft des HV Lok Stendal die Wettbewerbe im Rahmen der XXII. Winckelmann-Games und des 7. SHC auszurichten, da dieses im Interesse der Mädchen und Jungen der Städte und Gemeinden des Landkreises passiert.

Nachdenken über Beschlüsse

Begrüßenswert wäre, wenn die Verantwortlichen im Verband nochmals über ihre Beschlüsse nachdenken und die Vorschläge der erfahrenen ehrenamtlichen Leichtathletikbasis akzeptieren beziehungsweise umsetzen.