Wernigerode l Mit insgesamt 734 Läufern erfreute sich der vom Ski-Klub Wernigerode veranstaltete Traditionslauf auch in diesem Jahr einer großen Beliebtheit. Wie in jedem Jahr wurde die Harzquerung, eine der schönsten und anspruchsvollsten Laufveranstaltungen in Deutschland, Ende April gestartet. Der Reiz dieses Laufes durch die unberührte Natur lockt Jahr für Jahr mehr Teilnehmer an. Gründe hierfür sind die abwechslungsreichen Strecken über 25, 28 und 51 Kilometer, die gelaufen oder gewandert werden können. Von Wernigerode über Benneckenstein nach Nordhausen sind alle drei Teilstrecken sehr anspruchsvoll und für viele Läufer und Wanderer trotz allem sicherlich ein Genuss, sich in der Natur des Harzes zu bewegen. Aus allen Teilen Deutschlands waren wieder viele Sportler angereist, um ihre Kräfte untereinander zu messen. Hinzu kommt die sehr gute Organisation des Laufes, für die es wieder von allen Seiten viel Lob gab.

Der Start über die 25-km- und 51-km-Distanz war wie gewohnt in der Salzbergstraße in Wernigerode. Von dort ging es gemeinsam über die Straße von Drei-Annen-Hohne nach Elbingerode zum Zwischenziel Benneckenstein. Nach etwa 20 Kilometern trennen sich die Wege des großes Feldes: der lange Kanten führt nach Nordhausen, der 25 km-Lauf endet im Kurpark Benneckenstein. Hier fiel am Gondelteich der Startschuss für die 28-km-Strecke, die ebenfalls im Albert-Kuntz-Stadion in Nordhausen endet.

Für die herausragenden Ergebnisse aus Harzer Sicht zeichnete einmal mehr der NSV Wernigerode verantwortlich. Mit insgesamt sechs Teilnehmern auf der 25-km-Strecke angetreten, feierte der Nordische Skiverein einen Dreifacherfolg bei den Herren, einen Sieg bei den Damen und zwei weitere Top-Platzierungen.

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Vom Start weg übernahmen sie die Initiative, bereits in Höhe Drei-Annen-Hohne hatte Matthias Göbel einen sicheren Vorsprung von etwa vier Minuten herausgelaufen. Ihm folgte sein Vereinskamerad Felix Fleischer, der ebenfalls einen großen Abstand zu den nachfolgenden Läufern hatte. Guido Cabak als nächster NSV-Läufer lag hier auf Rang fünf – mit guten Aussichten nach vorn. Luisa Merkel und Daniel Ragoß, die über die gesamte Laufstrecke zusammen liefen und sich gegenseitig unterstützten, folgten schon auf dem achten Rang. Hans Fleig, mit 61 Jahren ältesteter Starter der NSV-Truppe, lag hier auf einem guten 18. Platz.

Auf dem Weg nach Benneck­enstein nutzten die NSV-Athleten ihre Wettkampferfahrung, um die Positionen zu festigen oder weiter zu verbessern. Bis zum Ziel im Kurpark hatte Matthias Göbel als Erster einen souveränen Sieg heraus gelaufen. Mit über sechs Minuten Vorsprung kam er vor seinem Teamgefährten Felix Fleischer an. Guido Cabak, der wiederum sechs Minuten hinter Felix Fleischer ankam, hatte sich unterwegs noch auf den dritten Platz vorgekämpft.

Auch Luisa Merkel und Daniel Ragoß wurden für ihren couragierten Lauf belohnt. Merkel gewann den 25-km-Lauf bereits zum fünften Mal, von 2010 bis 2014 hatte sie viermal in Serie triumphiert. In 1:59:30 h blieb sie erstmals unter zwei Stunden und verbesserte ihre Rekordmarke um mehr als vier Minuten. Im Ziel hatte sie einen Vorsprung von über 14 Minuten auf die zweitplatzierte Holländerin Majet Spoelder. Daniel Ragoß unterstrich mit Platz sieben einmal mehr seine Beständigkeit, Hans Fleig wurde hervorragender 13.

Auch auf der 28-km-Strecke platzierte sich ein Harzer ganz vorn: Der Hasselfelder Biathlet Danilo Riethmüller vom WSV Clausthal-Zellerfeld lief in einer Zeit von 2:19:57 h auf den zweiten Platz. Den langen Kanten meisterten 14 Männer aus dem Harzkreis, die beste Platzierung erzielte Frank Reinecke vom Brockenlaufverein Ilsenburg als 21. in einer Zeit von 4:39:30 h. Einzige Harzerin am Start war die Halberstädterin Irmgard Eggert, die nach 6:30:56 Stunden das Albert-Kuntz-Stadion erreichte.