Wernigerode l In Erdeborn zu spielen, fällt vielen Teams schwer. Und auch die Wernigeröder wissen jetzt ein Lied davon zu singen. Vor allem das Haftmittelverbot bringt für die Hausherren einen deutlichen Vorteil. Unsicherheiten in der Ballbehandlung brachten die Harzer von Beginn an in Schwierigkeiten. Fang- und Abspielfehler spielten den Gastgebern in die Karten und so führte der BSV „Fichte“ nach sieben Minuten mit 5:0. Das erste Wernigeröder Tor fiel kurz darauf vom Siebenmeterstrich, der erste Treffer aus dem Feld von Ole Christiansen sogar erst in der elften Minute.

Aufholjagd startet spät

Danach folgte die beste Phase der HVW-Sieben. Tom Kaufmann übernahm Verantwortung und führte sein Team durch vier Treffer wieder auf 9:7 heran. Die Intensität der Partie nahm zu und es gab viele Strafen, aber die wirklich harten Fouls blieben ungesühnt. Eine Strafzeit gegen Niklas Schulze brach den Fluss der Gäste erneut, die Hausherren konnten sich wieder absetzen und führten zur Pausensirene mit 14:10.

Nach dem Wechsel erlebten die HVW-Anhänger ein Déjà Vu. Erneut spielte die Auswärtsmannschaft unterirdisch, was die Ballsicherheit anging. Die Führung der Erdeborner war auf 17:10 angewachsen, ehe den Harzern nach knapp sieben Minuten das erste Tor in Hälfte zwei gelang. Und auch in dieser zweiten Halbzeit zeigten die Wernigeröder, dass sie es eigentlich besser können. Binnen acht Minuten wurde der Rückstand auf 21:18 (45.) verkürzt. Es keimte etwas Hoffnung auf, die aber schnell wieder schwand. Überhastete Aktionen und technische Fehler brachten die Harzer wieder ins Hintertreffen, auch die Schiedsrichter spielten in den letzten Minuten eine unrühmliche Rolle.

Schiedsrichter im Fokus

Maurice Hanke musste während des Spiels sehr viel einstecken. Als er sich nach einem erneuten Foul beschwerte, kassierte er seine dritte Zeitstrafe. Dies brachte die Wernigeröder Bank auf, die sich eine Zeitstrafe wegen Reklamieren einhandelte. Es folgten eine Zeitstrafe gegen Erdeborn, eine Rot/Blaue Karte gegen Max Bomeier auf der Bank, wegen angeblicher Schiedsrichterbeleidigung, und eine Strafzeit gegen Lucas Conradi wegen Meckern – alles in weniger als zwei Spielminuten. Handball gespielt wurde dann auch wieder, drei HVW-Spieler gegen fünf Erdeborner. Die Partie war beim Stand von 26:20 schon entschieden. Nach jeweils drei Toren und weiteren Strafzeiten für beide Mannschaften endete das Spiel mit einem 29:23-Sieg der Hausherren.

Unter dem Strich war es eine schwache Partie der Wernige­röder, die mit sich, dem Ball und den Schiedsrichtern haderten. Auch wenn viele umstrittene Entscheidungen fielen, die Gründe für die Niederlage waren andere.

Statistik

HV Wernigerode: Grawe, Konstabel - Hanke (3), Kaufmann (9/2), Schulze (1), O. Christiansen (2), Conradi (8/4), N. Christiansen, Bomeier, Richter, Hoffmann, Jahn;

Zeitstrafen: BSV „Fichte“ Erdeborn 7 - HV Wernigerode 10 +Rote Karten gegen Niklas Hanke (54.) und Niklas Schulze (59., beide dritte Zeitstrafe), Blau/Rote Karte gegen Max Bomeier (55.); Siebenmeter: BSV „Fichte“ Erdeborn 6/6 - HV Wernigerode 7/6.