Wernigerode l Mit einem klaren 35:25-Erfolg bei der SpG Hallescher SC 96/Dieskau gestaltete das Team von Trainer Jens Kaufmann auch sein drittes Saisonspiel siegreich.

Nach Halle führte den HV Wernigerode die Reise im ersten Auswärtsspiel der Saison, Gegner war der Aufsteiger SpG Hallescher SC 96/Dieskau. Vor vielen Jahren waren sich beide Vereine schon einmal im Pokal und in der Verbandsliga begegnet.

Spiel ohne Zuschauer

Die Vorzeichen waren klar: Die Gäste waren noch ungeschlagen und die Hausherren mussten erkennen, dass die Trauben in der Verbandsliga höher hingen als in der Bezirksliga, die sie in den letzten Jahren bestimmt hatten. Alle Spiele gingen bisher verloren. Die Begegnung musste ohne Zuschauer stattfinden, auch Duschen nach dem Match war aufgrund der aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus nicht erlaubt.

Die Harzer begannen konzentriert. Die Abwehr stand sicher. Die Gastgeber mühten sich, kamen aber nicht effektiv zum Abschluss. So stellten die Harzer die Zeichen schnell auf Sieg. Über ein 2:2 setzten sie sich bis zur 13. Minute mit einem 7:0-Lauf auf 9:2 ab. Für das Heimteam deutete sich eine herbe Schlappe an. Aber wie so häufig bei den Wernigerödern, schlichen sich bei einer scheinbar sicheren Führung Nachlässigkeiten ein. In der Abwehr wurde nicht mehr so effektiv gearbeitet und im Angriff teils überhastet und übermotiviert abgeschlossen.

Führung zur Pause

Den Hallensern gelang es jetzt, das Match offener zu gestalten und den Rückstand bei fünf Toren zu halten. Dies lag auch an den vielen Zeitstrafen, die verhängt wurden und den Anschein einer überharten Partie erwecken. 16 Zwangspausen verordneten die Schiedsrichter über die gesamte Begegnung. Zur Pausensirene führte die HVW-Sieben mit 18:13.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit wechselte das Wernigeröder Trainerduo Kaufmann/Meyer vier neue Spieler ein. Wieder gelang den Gästen der bessere Start, die Führung wurde auf 24:16 ausgebaut (36.). Die Hausherren bäumten sich noch einmal auf und nutzten die nun wieder steigende Fehlerquote der Gäste. Drei Treffer in Folge ließen Vorsprung auf 24:19 schrumpfen. Die Harzer konnten das Spiel aber wieder etwas ordnen, ohne dabei zu glänzen, und setzten sich in der Folgezeit wieder ab. In der Schlussviertelstunde ging das Niveau weiter nach unten, Fehler auf beiden Seiten bestimmten das Spiel, die spielerische Linie war auf beiden Seiten verloren gegangen. So wurden hauptsächlich über Einzelleistungen Tore erzielt. Bis zum Schlusspfiff baute der Favorit die Führung auf 35:25 aus und ist nach dem Arbeitssieg nunmehr das einzige Team der Liga ohne Punktverlust.

HVW-Trainer Kaufmann nicht ganz zufrieden

Dennoch war Trainer Jens Kaufmann nach der Partie nicht ganz zufrieden: „Wir haben gut begonnen, aber dann ist der Schlendrian in unser Spiel eingezogen. Eigentlich hatten wir den Gegner beherrscht, aber so ist das manchmal, da geht die Konzentration verloren und man baut den Kontrahenten wieder auf. Auch diesmal gilt, wichtig sind die zwei Punkte. Dass wir spielerisch einiges anbieten können, hat die Anfangsphase gezeigt, aber wir müssen noch stabiler werden. Kommendes Wochenende steht wieder ein Derby an. Aufsteiger SpG Thale/Westerhausen kommt in die Zindelhalle, da wollen wir uns weiter steigern.“

Statistik

HV Wernigerode: Grawe, Konstabel, Reuter - Hanke (5/1),Kaufmann (9/6), Schulze, O. Christiansen (5), Lerich (6), N. Christiansen(3), Eilers (3), Tischer (2), Richter (1/1), Hase (1), Stührenberg;

Zeitstrafen: SpG Hallescher SC/Dieskau 8 + Rote Karte gegen Michael Hampe (60.) - HV Wernigerode 8 + Rote Karte gegen Niklas Schulze (60., dritte Zeitstrafe);

Siebenmeter: SpG Hallescher SC/Dieskau 5/3 - HV Wernigerode 10/8.