Blankenburg l Noch vor dem finalen Doppelspieltag in der höchsten Liga Sachsen-Anhalts herrschte bei den Bohle-Keglern des SV Lok Blankenburg als Tabellenvierter große Hoffnung auf den Klassenerhalt. Selbst nach der 0:3-Auswärtsniederlage beim Hederslebener SV am Sonnabend hätten die Blütenstädter dem Abstieg mit einem Heimsieg über den bereits feststehenden Landesmeister KSC Ilsenburg am Sonntag noch entgehen können. Es kam aus Sicht der Lok-Kegler aber ganz anders.

Bis auf wenige Ausnahmen konnte keiner der eingesetzten Blankenburger in diesem entscheidenen Finale an die eigenen Trainingsleistungen anknüpfen. Dies war aber die Voraussetzung für ein erfolgreiches Spiel. Denn auf der anderen Seite stand mit dem KSC Ilsenburg immerhin der Klassenprimus. Die Ilsestädter, die ihr Team vor der Saison aus der 2. Bundesliga zurück gezogen hatten und in überlegener Manier die Verbandsliga dominierten, erteilten dem Lok-Sechser eine ihrer bittersten Lehrstunden.

Schock sitzt tief

Schon nach dem missglückten Auftakt lagen die Hausherren mit 54 Holz im Rückstand und erholten sich von diesem mentalen Schock nicht wieder. „Es schien so, als hätten die Ilsenburger den Dampf aus unserer Lok abgelassen und sie dann auf das Abstellgleis gestellt“, sah Klaus Lindner die Moral bei den Blankenburgern frühzeitig gebrochen.

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Am Ende siegte der KSC Ilsenburg klar mit 5484:5338-Holz und 3:0-Punkten, die Tagesbestleistung erzielte Marcel Gleffe mit 930 Holz. Nur dank der 909 Holz des besten Lok-Keglers Mario Lindner, der auch Platz eins in der Gesamteinzelwertung der Verbandsliga mit seinen in diesem Spiel erreichten acht Einzelwertungspunkten verteidigte, wurde die „Höchststrafe“ vermieden. Er war bei einer Bilanz von 23:55-Einzelwertungspunkten der einzige Blankenburger, der in die Phalanx des neuen Landesmeisters eindringen konnten. Am bitteren Abstieg in die Landesliga änderte dies nichts.

Zu viele Punkte leichtfertig verschenkt

Ein schwacher Trost waren da die anerkennenden Worte des Siegerteams und des Landessportwartes Jochen Neubauer. Der SV Lok hatte den Kampf um den Klassenerhalt nicht im letzten Spiel gegen den letztjährigen Erstligisten und neuen Landesmeister verloren, vielmehr wurden Punkte im Verlaufe der Saison teilweise leichtfertig verschenkt. Die Blankenburger hatten es nicht geschafft, über einen längeren Zeitraum eine gleichstarke Stammformation mit entsprechender Motivation aufzustellen, um auch den – als einziges Team der Liga – eingesetzten U18-Jugendspielern den nötigen Rückhalt zu geben.

Für die Blankenburger heißt es nach der Rückkehr in die Landesliga die Saison auszuwerten und zu analysieren, ehe das Ziel direkter Wiederaufstieg in Angriff genommen wird.

Zum Abschluss ehrte Landessportwart Jochen Neubauer den neuen Titelträger KSC Ilsenburg und Mario Lindner als Sieger der Einzelwertung. Ausgelassen feierten die Ilsenburger bei der Übergabe der Medaillen und des Landesmeisterpokals an Kapitän Christian König. Die Lok-Kegler wünschten dem KSC Ilsenburg viel Erfolg für das am 31. März in Lüneburg stattfindene Aufstiegsturnier zur 2. Bundesliga.

SV Lok Blankenburg: Bressel (863, 1), L. Lindner (882, 2), Hillen (891, 4), Toepfer (903, 5), Kürschner (890, 3), M. Lindner (909, 8);

KSC Ilsenburg: Bläß (917, 10), Rummelhagen (903, 6), König (918, 11), Könnemund (904, 7), Langer (912, 9), Gleffe (930, 12).