Torun l Sieben Tage lang erlebten die Sportler und Betreuer toll präparierte Sportstätten, sehr engagierte und freundliche Kampfrichter sowie eine perfekte Wettkampforganisation. Die Veranstalter bewältigten das Mammutprogramm ähnlich souverän wie 2015, als sie bereits die Hallen-Europameisterschaft der Senioren an gleicher Stelle durchführten. Diesmal kamen mit 4345 Athleten deutlich mehr Teilnehmer in die polnische Stadt an der Weichsel. Die deutsche Mannschaft stellte mit 475 Aktiven das zweitgrößte Team, das am Ende auch das erfolgreichste war. Im Medaillenspiegel lagen sie mit 262 Medaillen (100 x Gold, 79 x Silber, 83 x Bronze) deutlich vor den USA (62/48/49) und Gastgeber Polen (60/64/58). Die Medaillen gingen an Athleten aus 56 Nationen.

Zwei Harzerinnen am Start

Aus dem Harzkreis mischten zwei Läuferinnen im Kampf um die Medaillen mit. Am letzten Wettkampftag fiel die Entscheidung im Halbmarathon, an dem auch die Blankenburgerin Elke Rosenthal teilnahm. Die leicht profilierte Strecke war sehr gut abgesperrt. In der ganzen Stadt herrschte eine tolle Atmosphäre, zahlreiche Zuschauer feuerten die Athleten an. Morgens am Start war es noch recht kühl, später mit fast 17 Grad schon wieder fast zu warm. Dafür wehte ein ständig wechselnder Wind. Die Lok-Athletin hatte sich die Strecke bereits im Vorfeld angesehen und wurde während des Rennens von Ehemann Donald mit dem Fahrrad begleitet. Am Ende lief Elke als Zwölfte ihrer Altersklasse W 50 in 1:38:36 h über die Ziellinie und war damit drittbeste deutsche Läuferin. Gemeinsam mit ihren Mannschaftskameradinnen Ute Krause (Itzehoe) und Katja Knospe (Berlin) landete sie in der Teamwertung auf dem Bronzeplatz in 4:52:00 h hinter den starken Spaniern (4:44:24 h) und dem Gastgeberland Polen (4:47:25 h). Letztendlich konnten sie das vierte Team aus Rumänien in Schach halten und einen knappen Vorsprung von 1:15 Minuten ins Ziel retten.

Genau diese Zeit fehlte der Wernigeröderin Yvonne Brandecker in der Teamwertung im Crosslauf. Die Läuferin des Harz-Gebirgslaufverein musste sich mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben. Dabei wollte sie gemeinsam mit den beiden Kielerinnen Christine Dörscher und Verena Becker an ihren Erfolg von 2014 anknüpfen, als sie zusammen die Silbermedaille im Cross bei den Weltmeisterschaften in Budapest holten. Gegen die übermächtigen Spanier und Polen war allerdings kein Kraut gewachsen, am Ende kämpften sie mit den Engländern um Bronze und verloren knapp. Der sehr anspruchsvolle Rundkurs mit mehreren steilen Anstiegen sowie Bergab- und Sandpassagen musste gleich viermal absolviert werden. Hinzu kam das nasskalte Wetter und eine Zeitverzögerung um fast eine Stunde. Die Seniorinnen der Altersklassen 35 bis 45 wurden als letztes Rennen auf die Strecke geschickt und mussten bis 16.30 Uhr ausharren. Die HGL-Athletin kam nach kräftezehrenden 8 km in 36:25 min als Zwölfte der W 40 ins Ziel und war damit zweitbeste der vier deutschen Läuferinnen.

Bilder

Einen Tag zuvor ging die Harzerin noch in der Arena Torun über 3000 m an den Start. Von Beginn an wurde ein Höllentempo vorgelegt, die ersten acht Läuferinnen blieben unter elf Minuten. Yvonne Brandecker bestätigte in 11:22,66 min ihre Zeit von der Deutschen Hallenmeisterschaft und belegte als beste Deutsche einen respektablen elften Platz.