Blankenburg l Sonne satt und Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke auf dem Tummelplatz in Blankenburg. Auf der Bühne, die deutsche Rennrodlerin Tatjana Hüfner, die vor rund 26 Jahren im Rodelclub Blankenburg unter Helmut Zimmermann und Hans-Werner Stollberg ihre Karriere begann. Umso mehr war es ihr ein Anliegen, auch hier ihre Karriere zu beenden.

Zwischen ihren Medaillen, Trophäen und Kleidungsstücken, die auf der Bühne ausgestellt waren, erzählte sie aus ihrer Vergangenheit und wie sie zum Rennrodelsport fand. Immer wieder kamen Gäste auf die Bühne aus Sport und Politik, welche die Olympiasiegerin geprägt und geformt hatten. Allen voran ihre ersten beiden Trainer Wilfried Jüchert und Andreas Estel vom WSC Erzgebirge aus Oberwiesenthal. „Mit ihrer Hilfe habe ich den Übergang vom Breiten- zum Leistungssport geschafft. Dabei haben sie einen verdammt guten Job gemacht und sich immer sehr gut ergänzt, dafür bin ich bis heute sehr dankbar“, so Tatjana Hüfner.

Ein weiterer Gast war der Präsident des KreisSportBundes Harz, Henning Rühe, der sich dafür einsetzt, dass sich die materiellen Voraussetzungen für den Wintersport im Harz weiter verbessern. „Unser Bundesland ist ein Sommersportland, doch die Medaillen gewinnen wir im Wintersport und das müssen wir allen ins Bewusstsein bringen“, so der KSB-Präsident und fügt hinzu: „Wir sind ganz stolz darauf, dass es diese Sportart bei uns im Landkreis gibt und sind froh, dass Tatjana das Wissen darüber, dass wir solch einen Sport in Blankenburg haben, in die Welt hinausgetragen hat.“

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"Niederlagen haben Tatjana stark gemacht"

Ein weiterer Höhepunkt sollten Videobotschaften von ihren ehemaligen Sportlerkoleginnen sein, allen voran von der Kanadierin Alex Gough. Doch durch die große Hitze fiel die Technik aus und die Grüße mussten von einem Zettel abgelesen werden. Tatjana Hüfner freute sich dennoch über die lieben Worte ihrer ehemaligen Konkurrentinnen. „Ich kann die Komplimente nur wiedergeben. Es hat immer sehr viel Spaß gemacht gegen sie zu fahren und wir haben uns immer sehr geschätzt“, so die Olympiasiegerin.

Ein Highlight war der Besuch des Rennrodel-Bundestrainers Norbert Loch. Dieser berichtete über die schönen aber auch schweren Stunden mit Tatjana. Gerade nach ihrer Rückenverletzung gab er ihr die Kraft und den Mut weiterzumachen, wodurch sie schließlich mit Silber bei den Olympischen Spielen in Sotschi belohnt wurde. „Gerade diese Niederlagen haben Tatjana stark gemacht. Bei ihr gab es kein Aufgeben und ihr unbändiger Wille, immer die Bestleistung zu bringen, zeichnete sie aus und das finde ich so toll an ihr“, so der Bundestrainer.

Für Tatjana wird es jetzt bei der Bundeswehr weitergehen. Dort ist sie als Berufssoldatin in der Abteilung Kinderbetreuung angestellt und hat somit den Schlitten gegen einen Bürostuhl getauscht. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung und ich will hier auch fleißig Erfahrungen sammeln. Ich denke, das wird mir großen Spaß machen“, so Hüfner. Auf eine mögliche Zukunft als Trainerin wollte sie nicht näher eingehen, doch scheint für sie alles möglich zu sein.