Amsdorf l Nach dem freiwilligen Abstieg aus der Oberliga ist der FSV Barleben gleich am ersten Spieltag der neuen Saison auf dem harten Boden der Verbandsliga-Tatsachen gelandet. Beim Vorjahressiebten Romonta Amsdorf kassierte der FSV eine 1:4-Niederlage.

Schwer zu fassen war das Endergebnis vor allem in Anbetracht der ersten Halbzeit.

FSV Barleben führt

Auf dem sehr gepflegten Amsdorfer Rasenplatz waren die Barleber in der 29. Minute durch einen gut herausgespielten Treffer von Robert Löw in Führung gegangen. Zur Pause konnte Trainer Jörn Schulz noch zufrieden sein: „Nach den ersten zehn Minuten, die wir mit etwas Glück überstanden haben, fingen wir uns und haben dann gut gespielt. Das Führungstor war deshalb auch verdient. Eigentlich spielte uns das alles in die Karten. Wir waren nicht gezwungen, das Spiel zu machen, wollten in der zweiten Halbzeit kompakt stehen. Das gute Verteidigen war ja in der Oberliga noch unsere Stärke.“

Doch es kam anders. Nach einem ordentlichen Start in den zweiten Durchgang, in dem die Barleber einige Angriffe fuhren, aber nicht zu Ende brachten, fiel der Ausgleich in der 57. Minute durch den ersten Amsdorfer Angriff. Zum 1:1 netzte unbedrängt Alexander Gründler ein – mit 19 Treffern in der Vorsaison auf Rang fünf der Verbandsliga-Torschützenliste und offensichtlich auch in diesem Jahr wieder auf der Jagd nach der Torjägerkrone.

Romonta Amsdorf dreht das Spiel

Nur drei Minuten später reichte ein Querpass, um Barlebens Abwehr erneut auszuspielen, so dass Robert Wagner leichtes Spiel hatte, das 2:1 zu markieren. Wer nun eine Reaktion der Gäste erwartete, sah sich getäuscht. Lähmte der Schock über die schnelle Wendung, die das Spiel genommen hatte, oder hatten die Spieler im Kopf noch nicht vom Test- auf den Punktspielmodus umgeschaltet? Schulz: „Ich schätze, es war ein bisschen was von beidem. Wir haben den Gegner durch extreme, individuelle Fehler, die ich so überhaupt nicht von meiner Mannschaft kenne, zum Toreschießen eingeladen.“

Und die Amsdorfer nahmen diese Einladungen noch zweimal dankend an und zeigten, wie leicht das Toreschießen sein kann. In der 66. Minute umkurvte Gründler den herausgeeilten FSV-Keeper Alexis Lenhard und netzte zum 3:1 ein und in der 72. Minute markierte der erst 60 Sekunden zuvor eingewechselte Rico Freimuth mühelos den Endstand.

Verbandsliga kein Selbstläufer

„In der zweiten Halbzeit haben wir das wirklich als ganzes Team schlecht gemacht. Wir sind hart gelandet. Vielleicht war es ein Weckruf zum richtigen Zeitpunkt für uns. Das müssen wir jetzt erstmal verarbeiten“, blickt Schulz auf die Arbeit, die nun in dieser Woche auf ihn und die Mannschaft wartet, voraus. Definitiv wissen die Barleber jetzt, dass die Verbandsliga auch für einen Oberliga-Absteiger kein Selbstläufer ist.

Torfolge: 0:1 Löw (29.), 1:1 Gründler (57.), 2:1 Wagner (60.), 3:1 Gründler (66.), 4:1 Freimuth (72.)

FSV Barleben: Lenhard - Prinz, Falk, Potyka, Brix (72. Romahn), Kolzenburg, Zimmer, Piele, Lubner, Löw (72. Wolff), Grabinski

Schiedsrichter: Marco Thinius - Christoph Bäck, Tino Hanke; Zuschauer: 53