Zerbst l Das neue Turnier soll nun künftig als zweites heimisches Turnier traditionell in der Nuthe-Stadt etabliert werden. Der Präsident des TV „Gut Heil“ Zerbst, Dietmar Mücke, übernahm den Ehrenaufschlag gemeinsam mit dem jüngsten Teilnehmer Danilo Herrmann (13 Jahre). Mücke hob in seinen Grußworten die gesteigerte Arbeit der Abteilung Badminton hervor. Danilo zeigte sich vom Ehrenaufschlag unbeeindruckt. Es war gut zu sehen, dass das Zerbster Nachwuchstalent seine Spielraffinesse umsetzen konnte.

Mit diesem Turnier-Startschuss wurde auch der Wiedereinstieg in den Badminton-Wettkampfbetrieb begangen. Viele bekannte Gesichter aus Merseburg, Dessau, Quedlinburg, Güsten, Magdeburg und Staßfurt zählte das Badmintonparkett. 34 Teilnehmer im Alter von 13 Jahren bis 71 Jahren – ältester Sportler war Wolfgang Heinemann (Burg) - gingen an die Netze. Nach der langen Trainings- und Wettkampfpause ging es nicht um neue Teilnehmerrekorde. Oberstes Ziel bestand darin, den Trainingsrückstand auszugleichen und so langsam den Anschluss an den Wettkampfbetrieb herzustellen, um fit für die kommende Saison zu sein. Und bei genauem Hinsehen konnte man schon Rückstände in Kondition und Spielgenauigkeit erkennen.

Ausgeglichenes Spielniveau

In acht Vorrunden wurde im Doppel jeweils 15 Minuten um die Siegerpunkte gekämpft. Per Zufall wurden Partner und Gegner in jeder neuen Runde durch Lose zusammengefügt und jede Paarung, egal ob Damen-, Herren - oder Mixdoppel, musste sich immer wieder schnell zurechtfinden und die Schwächen des Gegners erkennen. Gespielt wurde in zwei Spielklassen: Klasse B - Turnierspieler Landesklasse und Klasse C - Freizeitspieler. Das Spielniveau war in den beiden Leistungsklassen sehr ausgeglichen. Etliche leistungsstarke Männer dominierten von Beginn an mit ihrer spielerischen Leistung, darunter Matthias Brösel (Staßfurt) und Tom Machnitze (Zerbst).

Die Frauen mussten sich erheblich strecken und zur Gegenwehr ansetzen, um überhaupt Punkte zu holen.

In der Klasse C, in die sich fünf Zerbster Spieler eintrugen, fiel besonders Tina Seehafer auf, die vier Siege für sich verbuchen konnte. Tina trainiert erst seit kurzem in Zerbst. Durch ihr regelmäßiges Training und ihre optimistische Spielweise hat sie schnell Fuß gefasst. Frischling Danilo Herrmann, der mit einer Ausnahmeregelung in diesem Turnier starten durfte, erkämpfte zwei Schleifchen. Er zeigte volle Konzentration und großen Ehrgeiz, jedoch die Aufregung verleitete immer wieder zu Flüchtigkeitsfehlern.

Nach den Vorrunden hatten viele Gäste genügend Schleifchen für das Halbfinale gesammelt. Für Zerbst schafften es Tina Seehafer und Dagmar Machnitzke in die Finalspiele. So standen sich Machnitzke (Zerbst)/Hoffmann und Mende/Arnold sowie Seehafer (Zerbst)/Sucker und Fonfara (Dessau)/Köhler gegenüber.

Nun waren Kondition, Konzentration und Durchhaltevermögen ausschlaggebend, denn nach den acht Vorrundenspielen zeigten sich die ersten Erschöpfungen und Wadenkrämpfe. Am Ende setzten sich im Finale Mende/Arnhold gegen Fonfara/Köhler durch. Dazu mussten allerdings die letzten Kraftreserven mobilisiert werden.

Um den neuen Pokal der Stadtwerke zu erkämpfen, nahmen auch neun heimische Badmintonspieler in der Klasse B die Herausforderung an. Tom Machnitzke, Günther Beelitz und Petra Herthum sammelten in den Vorrunden von Anfang an Schleifchen. Beelitz, voll motiviert und in Erwartung auf den Start der Oldie-Liga, zeigte mit großer Spielfreude und Spielvermögen seinen gegenwärtigen Leistungsstand - ebenfalls trumpfe Sportfreund Machnitzke mit angriffsstarken Bällen auf. Sportfreundin Herthum muss noch etwas Kondition aufbauen und an der Genauigkeit der Bälle feilen.

Los - und Spielglück

Los - und Spielglück hatten Mathias Wilke, Andreas Schmohl, Matthias Käsebier und Steven Hauler nicht immer an der Seite. Jeder Punkt musste mühsam erkämpft werden, das Leistungsniveau war sehr dicht. Hier zeigte sich, wer in den letzten Wochen das Training ernst nahm.

Im Halbfinale trafen Her-thum (Zerbst)/Neugebauer (Güsten) auf Pietsch (Quedlinburg)/Machnitzke (Zerbst) und Beelitz (Zerbst)/Köhler (Ebendorf) auf Brösel (Staßfurt)/Neef (Quedlinburg). Dass es bereits das neunte Spiel des Tages war, war bei allen ersichtlich. Gerade bei Herthum/Neugebauer war so mancher Spielzug vorfristig erledigt, nur gedacht, aber nicht vollendet. Dagegen trumpften Beelitz/Köhler noch einmal mit drei Sätzen auf, der dritte Satz jedoch ging an die Gegner. Im Finale zogen Brösel/Neef gegen Pietsch/Machnitzke ihre Sätze souverän durch und wurden Turniersieger.

Bürgermeister gratuliert

Die Siegerpokale überreichte der Bürgermeister der Stadt Zerbst Andreas Dittmann. „Es ist schön, wieder hier zu sein und in der Corona-Zeit ein neues Turnier ins Leben zu rufen. Ich begrüße die Badminton-Aktivitäten hier in der Region. Es ist eine Randsportart, die sich immer wieder engagiert und von sich reden macht. Insbesondere erfreut mich die Nachwuchsarbeit, die sichtliche Erfolge hervorbringt.“

Ein schöner Sporttag mit spannenden Ballwechseln, toller Atmosphäre und vielen alten Turnieranekdoten spiegelten das Highlight der Abteilung Badminton wider. Der Wiedereinstieg in den Wettkampfbetrieb ist erfolgt.

Zerbster tolle Gastgeber

Die Zerbster erwiesen sich als tolle Gastgeber, aber auch als starkes Team. Nicht zuletzt die super Cafeteria-Versorgung und die Tombola waren Gradmesser für die Neuauflage des Turniers. Nicole Herrmann als neu eingeführte Turnierleitung hatte mit jedem Pfiff die Leitung im Griff und jederzeit die Übersicht. Mit Spielern, Turnierleitung und Cafeteria waren 24 Zerbster Sportler im Einsatz, die mit Freude und viel Engagement dabei waren. Dank gilt allen Helfern und Beteiligten, die zu dem guten Gelingen beigetragen haben. Besonderer Dank gilt den Sponsoren, dem TV „Gut Heil“ Zerbst, der Stadt Zerbst und den Zerbster Stadtwerken.