Zerbst l 17 Zerbster Turnierspieler bedeuteten einen neuen Rekord des ausrichtenden Vereins. Neue Sportfreunde, wie vom BSV Markranstädt und vom SV Auerbach 05, aber auch viele alte Bekannte aus Magdeburg, Heyrothsberge und Burg komplettierten das Teilnehmerfeld.

Der Abgeordnete des Bundestages Kees de Vries, Bürgermeister Andreas Dittmann und „Gut-Heil“-Präsident Dietmar Mücke eröffneten das Turnier gemeinsam mit den Nachwuchstalenten Nele Ernst und Olaf Früchtel. Dittmann trat an der Seite von Olaf, einem Nachwuchstalent der Zerbster, der in der kommenden Saison erstmalig die Ranglistenturniere des Landes in seiner Altersklasse bestreiten wird, zum Ehrenaufschlag an. Das Stadtoberhaupt zeigte sich auch 2019 als zuverlässiger Partner, der immer ein offenes Ohr für den heimischen Sport hat. Auf der anderen Seite des Ehrenaufschlags standen Axel Bischhoff, der bisher als Gast des TV Heyrothsberge an allen 15 Schleifchenturnieren teilnahm mit Nachwuchsspielerin Nele.

Sofort nachdem Kees de Vries die Turnhalle betrat, suchte er zielgerichtet das Gespräch mit Übungsleiter Hilmar Pfeiffer und erkundigte sich nach dem Trainingsstand des Nachwuchses. „Badminton ist eine attraktive Sportart, die zur Sportvielfalt in unserem Landkreis beiträgt“, sagte der CDU-Politiker. Im weiteren Wettkampfverlauf zeigte auch das Mitglied des Landtages Dietmar Krause großes Interesse am heimischen Badmintonsport.

Das Turnier wurde in zwei Spielklassen ausgetragen: Klasse B – Turnierspieler bis Landesliga und Klasse C – Hobbyspieler. Per Zufall wurden Partner und Gegner in jeder neuen Runde durch Lose zusammengefügt und jede Paarung, egal ob Damen-, Herren - oder Mixdoppel, musste sich immer wieder schnell zurechtfinden und die Schwächen des Gegners erkennen.

In sieben Vorrunden kämpften die Spieler im Doppelmodus jeweils zwölf Minuten um die beliebten Schleifchen. Insgesamt wurden 21 Spielrunden angepfiffen, um die anschließenden Halbfinal- und Finalspiele auszuspielen.

In der Klasse C, in die sich sieben Zerbster Spieler eintrugen, fielen Matthias Simon, Burkhardt Nawrath, Ralf Riehl, Christoph Melle sowie Carolin Glang durch ihre kons- tante Spielweise auf. Gerade in den Vorjahren wurde in der Abteilung Badminton der Fokus auf den soliden Freizeitbereich gelegt, die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Die Sportfreunde Nawrath, Riehl und Melle überzeugten mit ihren Leistungen, zeigten vollen Spieleinsatz und ihr wieder gewachsenes Leistungsniveau. Jedoch fehlten manches Mal das letzte Quäntchen Glück beziehungsweise der letzte Siegtreffer.

Simon und Glang sammelten genügend Schleifchen für die Halbfinals, die mit festen Partnern in zwei Gewinnsätzen ausgetragen wurden.

Im Halbfinale spielten Matthias Simon/Doreen Laudon gegen Steffen Köhler/Pia Mannsfeldt sowie Hartmut Arnold/Carolin Glang gegen Christian Böhme/Diana Hiller. Simon konnte hier souverän an seine beständige Trainingsleistung anknüpfen. Sowohl technisch als auch in der Spielumsetzung zeigte er sein gesteigertes Potenzial. Glang, die erst seit zwei Jahren wieder im aktiven Badmintonsport in Zerbst dabei ist, bewies, dass Sportdisziplin gemischt mit Freude am Sport verdient zum Erfolg führen können.

Spannende Ballwechsel

Im Finale besiegte das Doppel Böhme/Hiller die Sportfreunde Simon/Laudon nur knapp. Erstmalig konnte Simon mit seiner Partnerin auf Platz zwei landen. Spannende Ballwechsel, die einen niveauvollen Freizeitsport zeigten, Kondition, viel Lauffreude und Raffinesse begeisterten nicht nur die anderen Teilnehmer, sondern auch die Zuschauer am Rande. Das Doppel Arnold/Glang konnte sich im kleinen Finale behaupten und erkämpfte verdient Platz drei.

Neuer Zerbster Rekord

In der Klasse B traten gleich neun Zerbster an. Das ist neuer Zerbst-Rekord und zeigt einmal mehr das Vereinsniveau im Badmintonsport. Obwohl nur wenige Nuthestädter aktive Turnierspieler sind, liegen die Leistungen in diesem Spielerpool dicht beieinander.

Im Aufwärtstrend befindet sich Steven Hauler, der vor zirka einem Jahr vom Tischtennis zum Badminton wechselte und schon wusste, wie man den Schläger schwingt. Er hat sich im Spielerkreis gut etabliert und zeigte sein gewachsenes Leistungsvermögen in jeder Runde. Mit fünf Schleifchen führte er das Zerbster Feld sogar an.

Andreas Schmohl und Hilmar Pfeiffer zeigten in gewohnter Spielweise ihre Schlagstärken und ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Beide verpassten mit vier Schleifchen den Einzug in die Finalspiele allerdings knapp. Matthias Wilke ging ebenfalls hochmotiviert in das Turnier. Für seine diagonalen Spielbälle bekannt, zeigte er, dass er noch viel mehr in petto hat. Ehrgeizig kämpfte er um jeden Punkt. Zum Jahresende wird er als Nachrücker auch das Team der Oldieliga verstärken.

Mathias Käsebier war etwas vom Losglück verlassen und hatte dazu noch etwas Pech im Spiel. In gleich zwei Partien stand es beim Abpfiff unentschieden. Der ausstehende Ballwechsel ging jeweils verloren. Das tat seinem Kampfgeist keinen Abbruch und er zeigte seine Fitness für die bevorstehende Saison. Bei den Frauen konnte sich Petra Herthum für die Finalrunde qualifizieren.

Kraftreserven mobilisiert

In den Halbfinals standen sich nach Auslosung Ribbentrop/Herthum und Pietsch/Bischoff sowie Zimmermann/Schwammbach und Hauler/Krukowski gegenüber. Spannung gab es insbesondere im großen und kleinen Finale. Hier mussten auf allen Seiten sämtliche Kraftreserven mobilisiert und sich immer wieder zur Konzentration gezwungen werden, denn die sehr hohen Hallentemperaturen forderten alles ab. Im Spiel um Platz drei gewannen Bischoff/Pietsch gegen Hauler/Krukowski. Die Gewinner boten am Ende das harmonischere Doppel und punkteten mit genauen Ballplatzierungen.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Im Finale standen sich Ribbentrob/Herthum und Zimmermann/Schwammbach gegenüber. Da die Spielstärken beider Doppel von vornherein als ausgeglichen galten, war ein spannendes Match zu erwarten. Und das wurde es auch: Umkämpft, schlagstark und beweglich, aber auch eine Zitterpartie. Nachdem der erste Satz knapp mit 22:20 durch Ribbentrob/Herthum gewonnen wurde, brachen sie im zweiten Satz vollständig ein. Es folgte ein Kopf-an-Kopf-Rennen im dritten Satz. Beim Stand von 16:16 folgten fünf kraftvolle Punkte, die letzten Reserven wurden mobilisiert - ein starkes Finale und der Turniersieg für Ribbentrob/Herthum stand fest.

Nicht nur die tropischen Temperaturen, sondern auch die Stimmung und Spannung etlicher Spiele heizten die Turnhalle so richtig auf. Geprägt war dieser Wettkampftag durch eine faire sportliche, ein bisschen familiäre Atmos- phäre mit Fachsimpeleien. Am Rande gab es immer wieder Fachfragen und Weißt-du-noch-Gespräche in der Cafeteria, die ihrem Ruf als landesbeste Badminton-Cafeteria wieder alle Ehre machte.

Das Team um Günther und Ines Beelitz hatte organisatorisch alle Fäden in der Hand. Hut ab und Dankeschön für die wieder umfassende rundum gelungene Organisation.

Die Zerbster erwiesen sich als tolle Gastgeber, aber auch als starkes Team - ob Vorbereitung, Versorgung, Turnierleitung oder Tombola. Insgesamt waren 17 Zerbster Spieler und zwölf Helfer mit viel Freude und sportlichem Engagement dabei. Herzlichen Dank allen Beteiligten. Besonderer Dank gilt den Stadtwerken Zerbst für ihre finanzielle Zuwendung und das in die Abteilung Badminton gesetzte Vertrauen.

Die Vorbereitung auf die neue Saison läuft. Zur Zeit werden Spieltermine abgeglichen, Turnhallen reserviert, Spieler ID-Nummern beantragt und es wird weiter trainiert.