Mehltheuer l Doch die Coronakrise setzte zuletzt zahlreiche Fragezeichen für die Ausrichter von der SG Grün-Weiß Mehltheuer. Jetzt haben sie sich entschieden, die Organisation des Mega-Events weiter mit Volldampf voran zu treiben.

Bis Ende Juni wollten die Kegler aus Mehltheuer alle Rahmenbedingungen sondieren, jetzt ist klar: Der Verein hält an der Ausrichtung der Kegel-Weltmeisterschaft (WM) im kommenden Jahr in Plauen fest. Immerhin stecken schon fast vier Jahre Vorbereitungszeit seit der Bewerbung 2016 in dem Projekt. Doch mit Beginn der Corona-Krise überlegten die Organisatoren, ob der Verein weiter planen soll, auch wenn möglicherweise Sportgroßveranstaltungen 2021 nur unter erheblichem Mehraufwand und mit Einschränkungen beim Zuschauerzulauf durchgeführt werden können und damit das (finanzielle) Risiko für den Verein steigt.

Unterstützung der Politik

Die Verantwortlichen haben nun entschieden, die WM unbedingt in Plauen durchzuführen. Ein wichtiger Aspekt für diese Entscheidung war die zugesagte Unterstützung der Politik in Person des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer. „Er hat uns Mut gemacht und versprochen, mit den Kollegen im Innenministerium über die beantragte Förderung und deren wohlwollende Prüfung zu sprechen“, sagte Stefan Krause von der SG Grün-Weiß Mehltheuer. Vor allem die Finanzierung des Projekts unter Corona-Bedingungen wurde teils kontrovers diskutiert. Da die Zuschauereinnahmen einen wesentlichen Anteil am Gesamtetat der WM ausmachen würden, wäre ein Ausschluss von Besuchern für den gastgebenden Verein katastrophal.

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Planung läuft auf Hochtouren

Doch nach den positiven Zeichen aus Politik und Sport läuft die Planung nun erneut auf Hochtouren. So wird beispielsweise eine zusätzliche Tribüne in der Plauener Einheit-Arena eingeplant, die nach ersten Kalkulationen sogar preiswerter wird, als geplant. Für weitere Investitionen wie die Gestaltung der Plakate sowie weiterer Werbung will der Verein mit Partnern zusammenarbeiten, um das finanzielle Risiko nicht allein tragen zu müssen. Auch die Zusammenarbeit mit dem HC Einheit Plauen, der die Sporthalle an der Wieprechtstraße bewirtschaftet und diese durch die WM zeitweise nicht nutzen kann, läuft gut. Die Handballer müssen Einschnitte bei der Planung ihrer Heimspiele hinnehmen, die durch veränderte Bedingungen in Zusammenhang mit der Corona-Krise, späterer Saisonstart und mehr Teams in den Staffeln, noch verschärft werden. Doch da zeichnen sich gute Lösungen ab und die Handballer wollen sogar beim Aufbau des Kegel-Equipments unterstützen.

Zuspruch gab es für die Organisatoren auch vom Deutschen Keglerbund Classic, der kürzlich seine Trainerratstagung traditionell in der Region des Ausrichters durchführte. Dabei testete der Verband gleich das Landhotel Alt-Jocketa. „Es kommt als Quartier für die Nationalmannschaft definitiv in die engere Auswahl“, sagt Martin Herold, Co-Trainer der deutschen Männer und auch der Zerbster Spitzenkegler vom SKV Rot Weiß.

Halle optimal geeignet

Gemeinsam mit Nationalcoach Timo Hoffmann, gleichzeitig sportlicher Kopf des SKV, sowie Cheftrainer Günther Doleschel schwelgte er am Rande der Tagung schon in Zukunftshoffnungen: „Schön wäre es natürlich, mit Frauen und Männern die Spitze des Treppchens zu erreichen. WM-Titel im eigenen Land zu holen, das wäre ein ganz großes Erlebnis“, meinte Doleschel. Die Trainer hoffen dabei natürlich auch auf den Heimvorteil mit vielen enthusiastischen Fans. „Die Halle in Plauen ist optimal geeignet für eine Weltmeisterschaft. Es ist alles sehr nah beieinander und da entsteht mit Sicherheit eine gute Stimmung“, wünscht sich Hoffmann abschließend eine reguläre WM mit Zuschauern.