Burg (vs) l  Beim außerordentlichen Verbandstag, den der Vorstand des FSA für den 12. Juni als Videokonferenz einberufen hat, soll hierzu der Beschluss gefasst werden. Aufgrund des deutlichen Meinungsbildes der Vereine und damit auch der Kreisfachverbände scheint der Beschluss über den Abbruch der Saison nur noch Formsache. 93 Delegierte werden abstimmen. Neben den Vorsitzenden stellen die 14 Kreisfachverbände anhand ihrer im Spielbetrieb stehenden Mannschaften bis zu vier weitere Stimmberechtigte. Auch die Vereine der 3. Liga, Regional- und Oberliga und die 17 Verbandsligisten sind mit einer Stimme beim Verbandstag vertreten.

556 der 729 befragten Fußballvereine in Sachsen-Anhalt, das entspricht rund 77 Prozent, hatten sich an der Umfrage beteiligt. Eine deutliche Mehrheit von 83 Prozent sprach sich für das Abbruchszenario der laufenden Spielzeit 2019/20 aus. Als Folge brachte der FSA ein Zehn-Punkte-Papier mit Beschlüssen auf den Weg.

Der Verbandsvorstand kam aufgrund des abgegebenen Meinungsbildes der Vereine am 14. Mai zum Beschluss, dass die Saison 2019/20 zum 30. Juni beendet wird. Dazu wurden weitergehende Anträge – vorbehaltlich der Abstimmung durch den außerordentlichen Verbandstag am 12. Juni - durch den Vorstand am vergangenen Donnerstag einstimmig beschlossen (siehe nebenstehende Infografik „Zehn-Punkte-Beschlussfassung).

Am klarsten waren die Meinungsbilder bezüglich des Saisonabbruchs im KFV Altmark Ost und KFV Harz, dicht gefolgt vom Jerichower Land. Auch im äußersten Süden Sachsen-Anhalts im Saalekreis und Burgenland votierten 90 Prozent der Vereine für eine vorzeitige Beendigung.

Anders sah die Lage im Fußballkreis Mansfeld-Südharz aus. Zwar war die Mehrheit auch hier deutlich für einen Abbruch, doch stimmten über ein Drittel der Vereine für eine Fortführung. Auch in Halle, der Börde und dem Salzland fielen die Meinungen ausgeglichener aus.

Frank Pohl, Geschäftsführer des FSA erklärte gegenüber FuPa, „dass nun der außerordentliche Verbandstag diese Beschlüsse noch absegnen muss. Nun haben alle Vereine Klarheit. Aber ich muss deutlich betonen, dass es ein solches Szenario, bei dem Freiwilligkeiten in der sportlichen Entscheidung eine Rolle spielen, künftig nicht mehr geben wird. Sollten wir noch einmal vor einer solchen Situation stehen, wird es definitiv Auf- und Absteiger geben, da wir sonst die Staffelstärke enorm aufblähen. Der Verband wird nun die Spielordnung bezüglich eines Abbruchszenarios anpassen, um darauf vorbereitet zu sein.“

Das Ergebnis der Abstimmung fiel im Verantwortungsbereich des Kreisfachverbandes Jerichower Land (KFV) noch deutlicher aus als im Land Sachsen-Anhalt. Wie KFV-Präsident Fritz Franke zu Protokoll gegeben hatte, votierten „im Jerichower Land 92 Prozent für den Abbruch“. 25 Vereine zwischen Jerichow und Gommern hatten sich an der Abstimmung beteiligt, lediglich zwei stimmten für eine Fortsetzung der Spielzeit.

„Ebenso beschlossen wurde durch den Vorstand des FSA die weitere Verfahrensweise. Die zehn Punkte wurden einstimmig angenommen. Sie gelten auch vorbehaltlich der Bestätigung durch den außerordentlichen Verbandstag“, erklärt Detlef Rutzen, Präsident des KFV Harz. „Wichtig für uns ist unter anderem der Punkt zehn. Er ermöglicht uns bei Bedarf Modifizierungen vorzunehmen.“