Genthin l  Die Prophezeiung von SC-Trainer Dirk Bizuga, die Borussia sei ein schwerer Gegner, bewahrheitete sich voll und ganz. Dass die Genthiner anders auftreten, als erwartet, überraschte den SC-Coach und auch die Mannschaft. Er erwartete eine tiefstehende Elf, die Nadelstiche setzt. „Genau das Gegenteil war der Fall. Sie spielten offensiv mit drei Stürmern. Das warf unser Konzept gleich über den Haufen.“

Die erste riesen Torchance hatte aber der FSV durch Hagen Büttner. Er scheiterte aber am sehr guten SC-Keeper Marcus Hoffmann (2.). Nach sieben Minuten wurde Eduard Hahn geschickt. Er tankte sich gut durch und zog ab. FSV-Schlussmann Karsten Riehn lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an den Pfosten. Kurz danach setzte sich Paul Gehrmann auf der linken Seite durch, konnte aber von Nils Dymek mit einem fairen Tackling gestoppt werden.

Im Gegenzug Glück für den SC, als Paul Fliß völlig frei auf das Tor schoss. „Hoffi“ hielt und konnte den Ball unter sich begraben (9.).

In der 14. Minute machte Fliß dann Ernst. Er nahm einen langen Ball im 16er an und bugsierte die Kugel artistisch per Bogenlampe ins Eck zum 1:0. „Das war ein Sahnetor“, schwärmte auch Dirk Bizuga.

SC lässt sich anstecken

Der SC ließ sich zusehends von der Spielart des FSV anstecken. Doch die hohen Bälle konnte der 1,90 m Hühne Dymek stets klären. In der Folge versuchte es der SC wieder mit flachen Bällen. Einen Einwurf von Gehrmann setzte Christian Schmidt mit der Hacke knapp daneben (25.). In der 39. Minute endlich der 1:1-Ausgleich. Ein super Zuspiel erreichte Daniel Trinh, der Maximilian Müller genau in den Lauf spielte, der sicher vollendete. Kurz vor der Pause sogar das 2:1. Es entstand fast identisch wie der Treffer zuvor. Erneut war Müller der Vollstrecker.

Der SC war mit den Gedanken schon in der Pause, da kam ein Einwurf zu Toni Rähse. Hoffmann und David Ritze waren sich uneinig und er netzte per Kopf zum 2:2 ein (45.+1).

Bizuga forderte sein Team auf, mehr spielerische Akzente zu setzen. Der SC zeigte eine andere Körpersprache und ließ den Ball laufen. Einen Freistoß schlug Florian Böning in den Fünfmeterraum. Müller war per Kopf zur Stelle und ließ Riehn nicht gut aussehen – 3:2 (52.).

„In der Folge ging es rauf und runter, wobei beim FSV die Kräfte schwanden“, sagte Bizuga.

Dennoch hatte der FSV die nächste Chance durch Niklas Koch, der einen Diagonalball aufnahm, ihn aber verzog (63.). Die nächste Möglichkeit des SC hatte Trinh. Er spielte sich super frei, konnte dann im Eins-gegen-Eins mit Riehn noch von den heraneilenden Verteidigern geblockt werden.

Aufregung im Gewusel

Die 81. Minute brachte dann Aufregung. Nach einer Ecke, die geklärt wurde, bildete sich ein Gewusel, wo Heiko Juskowiak zu Fall kam. Der Gegenspieler schoss ihn mit dem Ball aus zwei Metern an. Schiri Thomas Wiesel (Zukunft Magdeburg) wertete dies als Handspiel. Christian Kemper vollendete satt zum 3:3.

Florian Lehmann war es, der einen langen Ball des FSV sehr gut verteidigte, dabei aber mit einem Foul gestoppt wurde. Den Freistoß hämmerte Müller in den 5er, wo Schmidt ihn mit dem Kopf ins Tor wuchtete. „Mit dem 4:3 hatten wir den Deckel drauf gemacht, denn beim FSV war das Selbstvertrauen weg und sie haben nicht mehr an sich geglaubt“, bilanzierte Bizuga.

In der fünfminütigen Nachspielzeit hatten Nikolai Kuklin und Lehmann nochmals zwei riesen Chancen, aber es blieb beim „verdienten Sieg“.

„Insgesamt ging der Sieg für uns in Ordnung. Aber Hut ab vor der jungen Genthiner Mannschaft“, sagte Bizuga. Er mahnte vor allem die „schlechte Chancenverwertung“ an und will „an diesem Manko weiter arbeiten“.

Am Samstag kommt Eintracht Gommern nach Nedlitz. Das wird erneut ein schweres Spiel für die SC-Kicker.

Nedlitz: Hoffmann – Tinaglia, Ritze, Juskowiak, Böning (77. Barnetz), Trinh, Hahn (79. Lehmann), Gehrmann (7. Kuklin), Schmidt, Hamann (62. Haberland), Müller; SR: Thomas Wissel - Magdeburg; ZS: 98.

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