Kemberg l Das 3:3 (2:2)-Unentschieden war laut Aussage von Trainer Dirk Bizuga „schmeichelhaft für den Gastgeber“. Die Nedlitzer starteten bei tropischen Temperaturen gut in die erste Halbzeit. Bereits nach fünf Minuten wurde ein langer Ball abgefangen und kam zu Maximilian Müller. Dieser servierte ihn Daniel Trinh direkt in die Nahtstelle, aber der Kemberger Innenverteidiger konnte klären. „Das war schon großes Kino“, lobte Dirk Bizuga.

Nach einem zu kurzen Abspiel von Eduard Hahn auf Heiko Juskowiak war der Gegner nicht zu bremsen. Einen leichten Körperkontakt nutzte er dann und ging theatralisch zu Boden. Schiri Jens Becker (Möhlau) gab den Gastgebern das Geschenk und Moritz Hillebrand versenkte vom Elfmeter-Punkt zum 1:0 (11.).

Nedlitz dreht die Begegnung

Nedlitz steckte es gut weg. und erarbeitete sich durch Hahn, Trinh und Müller weitere drei hochkarätige Chancen, konnte aber diese bis zur 42. Minute nicht nutzen. Marcel Kilz eroberte sich die Kugel, spielte zu Trinh, der Müller sah, der nur einschieben musste – 1:1. Nur Sekunden später das 2:1. Nach dem Anstoß durch Kemberg kam Florian Böning an den Ball. Er bediente Müller, der das Leder mit seinem starken linken Fuß versenkte (43.).

Ausgleich noch vor der Pause

„Das war super gemacht und auch völlig verdient“, sagte Bizuga. Doch der Jubel war noch nicht verhallt, kam Kemberg zum 2:2-Ausgleich. Nach einer Unachtsmkeit an der Grundlinie wurde der Ball scharf auf die kurze Ecke gezogen. Den Abpraller versenkte Awal Abubakar mit einem satten Schuss.

„Es war kein Klassenunterschied erkennbar. Wir hatten mehr vom Spiel und auch mehr Möglichkeiten. Einziges Manko war die Chancenverwertung“, so der Coach, der sein Team aufforderte, die Schwächen in Kembergs Abwehr besser zu nutzen und resoluter zu sein.

Trinh trifft in Schlussminute

Auch die zweite Hälfte ging gut los. „Wir hatten in den ersten acht Minuten drei gute Möglichkeiten“, berichtete Dirk Bizuga und ärgerte sich, das auch diese nicht verwertet werden konnten. Müller zog vom 16er ab, fand aber im SV-Torwart Christoph Heede seinen Meister. Dann eroberte Juskowiak sehenswert den Ball und legte zurück auf Kilz, der nur um Zentimeter verpasste. Dahinter stand Trinh, doch Heede war zur Stelle.

Ein Freistoß von Hahn wurde zu kurz abgewehrt. So nahm Christian Schmidt den Ball von der 16er Kante direkt und er zischte nur knapp am Gehäuse vorbei (52.).

Kemberg hatte kaum Möglichkeiten aus dem Spiel heraus. So musste erneut ein Strafstoß her, den Tom Polaszek zum 3:2 nutzte (60.), wobei Schiri Becker richtig lag. Nach individuellem Fehler der Nedlitzer ging es ganz schnell in Richtung Strafraum und der SC wusste sich nur durch ein Foulspiel zu helfen.

In der Folge hatte der Gastgeber mehr vom Spiel und nahm die Zügel in die Hand. „Bei dem einen oder anderen war die Luft weg. Ich wollte aber erst so spät wechseln, um Erkenntnisse zu ziehen, was sie noch freisetzen und wie sie das Spiel nach hinten raus gestalten können“, erklärte der Trainer.

Kemberg hatte dann auch zwei gute Chancen, aber Marcus Hoffmann zeigte seine Klasse. Nedlitz berappelte sich und war wieder im Spiel. Einen Böning-Freistoß von Trinh per Kopf ging knapp vorbei (67.). Nach gutem Zuspiel von Müller wollte Trinh den Torwart per Lupfer überwinden, aber das klappte nicht (69.).

In der Schlussminute gelang doch noch ein Treffer. Juskowiak spielte einen langen Ball. Trinh behauptete ihn clever zwischen Torwart und Gegenspieler und schob zum verdienten 3:3 ein (90).

Bizuga kritisiert Chancenverwertung

„Mit den ersten 60 Minuten können wir schon sehr zufrieden sein. Der Gegner hatte da arge Probleme, unserem Spieltempo und Spielfluss zu folgen. Manko bleibt die Chancenverwertung. Wenn man aus acht bis neun guten Möglichkeiten nur drei Tore macht, ist es zu wenig. Auch müssen wir den Ball ruhiger laufen lassen, die individuellen Fehler minimieren und zielstrebiger den Abschluss suchen“, hat Dirk Bizuga mit seinem Team noch viel Arbeit vor der Tür.

Testspiel in Felgeleben geplant

Bereits am Mittwoch, ab 19 Uhr, steht das nächste Spiel an. Der SCN ist zu Gast beim SV Wacker Felgeleben, der in der Kreisoberliga Salzlandkreis aufläuft.

Am Sonnabend gastieren die Nedlitzer dann beim nächsten Kreisoberligisten aus dem Jerichower Land, beim Möckeraner TV. Anstoß ist dann um 15 Uhr.

Statistik

Nedlitz: Hoffmann – Tinaglia, Ritze (46. Lehmann), Juskowiak, Mielchen, Hahn (66. Hamann), Trinh, Ch. Schmidt (81. Milushev), Böning (85. Leps), Müller, Kilz;

Schiedsrichter: Becker, Jens - Möhlau;

Zuschauer: 50.