Magdeburg l Durch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff wurde Lothar Müller vom SKV Rot Weiß Zerbst in der Magdeburger Staatskanzlei diese hohe Auszeichnung überreicht. Allein die Räumlichkeit im Palais am Fürstenwall brachte die Bedeutung der dort übergebenen Auszeichnungen gebührend zur Geltung. Nachdem der Ministerpräsident über die wechselhafte Geschichte des Gebäudes in Zeiten der Monarchie unter Kaiser Wilhelm II., während zweier Diktaturen bis in die heutigen demokratischen Zeiten berichtet hatte, begann die Ehrung der vier Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die in ihren völlig verschiedenen Tätigkeitsfeldern das ganze Spektrum der ehrenamtlichen Arbeit abbilden.

Neben Müller wurden Birgit Heydenreich aus Gernrode für ihre Arbeit in der örtlichen Kirchengemeinde, Dr. Christoph Mühlhaus aus Halle für sein stetiges Engagement für das Chemiedreieck Buna/Leuna und Gudrun Schedler aus Schönebeck für ihr unermüdliches Tun für die Senioren in ihrer Heimatstadt ausgezeichnet.

Haseloff wusste über jeden zu berichten, wie sehr er oder sie sich über das „normale Maß hinaus“ in unterschiedlichen Bereichen bürgerschaftlich engagiert.

Als der SKV-Präsident an der Reihe war, berichtete der Ministerpräsident in seiner Laudatio nicht nur über Müllers eigene sportliche Erfolge in den 70er Jahren und darüber hinaus. „Als aus gesundheitlichen Gründen die sportliche Laufbahn endete, widmete sich Herr Müller intensiv der Vorstandsarbeit. Ihm war es wesentlich mit zu verdanken, dass sich 1999 der SKV Rot-Weiß Zerbst gründete und mit professionellem Vereinsmanagement zum derzeit erfolgreichsten Verein in Deutschland entwickelte.“

Zum "Botschafter des Sports" ernannt

Die Erfolge des SKV, besonders der ersten Männermannschaft, sorgten für die Bekanntheit von Zerbst und Sachsen-Anhalt in der ganzen Republik. Müllers Engagement wurde durch den Landesverband Kegeln/Bowling mit seinen höchsten Auszeichnungen gewürdigt. Haseloff selbst ernannte ihn zum „Botschafter des Sports“ in Sachsen-Anhalt.

 „Die hohe Ehrung des Bundespräsidenten würdigt die bisherige Lebensleistung von Herrn Müller zum Wohle seines Vereins und des Sports. Diese Arbeit sorgt neben den sportlichen Erfolgen auch für das Gelingen von Gemeinsamkeit und Integration. Auch durch seine Arbeit wurde in Zerbst Weltoffenheit in Leistung umgemünzt.“

In seinen Dankesworten berichtete Müller darüber, wie er nach gerade gewonnener Champions League am darauffolgenden Montag den Brief aus der Staatskanzlei erhielt. „Zuerst war ich erstaunt darüber, wie schnell der Ministerpräsident von unserem Erfolg erfahren hat und so unmittelbar gratuliert. Als ich dann genauer las, war ich, ob der großen Ehre, absolut überwältigt und sprachlos.“

Der SKV-Chef stellte klar, dass das Erreichte in Zerbst aber keine Einzelleistung ist: „Unser Erfolg ist der unbändigen und selbstlosen Arbeit von Vorstand, der Mitglieder und der Förderer geschuldet. Und nicht zuletzt danke ich natürlich meiner Familie, die mich in allem, was ich tue, mit vielen Entbehrungen unterstützt. Ich nehme diese hohe Auszeichnung stellvertretend für meinen Verein, meinen Vorstand, für eine tolle Mannschaft und für meine Familie entgegen.“

Beim anschließenden Empfang wurde im Kreise der anwesenden Familie und vieler teils jahrelanger Wegbegleiter, die allesamt dem Ausgezeichneten die Ehre erwiesen, gefachsimpelt. Und alle waren sich einig, dass Lothar Müller in den erlauchten Kreis der Träger der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland gehört.