Zerbst l Wer Sport treibt, sich viel bewegt und in seinem Sport aufblüht, der hat auch viele Geschichten zu erzählen. Ob er nun selbst eine Sportart betreibt oder auch „nur" als Fan oder Zuschauer mitfiebert beziehungsweise mitgefiebert hat. Stets hält der Sport in seinen unterschiedlichsten Facetten vielfältige Emotionen bereit. Jeder Sportler und jede Sportlerin hat dabei ganz eigene Erfahrungen gesammelt. Oftmals sind es positive Erlebnisse, die in der Erinnerung bleiben und die man gern auch erzählen möchte. Aber es gibt manchmal auch Enttäuschungen, die in der Erinnerung bleiben. Jeder, der Sport treibt oder sportliche Aktivitäten ausübt bzw. „seines" Sportlers oder „seiner" Mannschaft miterlebt oder verfolgt hat, erlebte nicht nur Siege, sondern auch so manche Niederlage. Über diese Ereignisse, die Ihnen, liebe Sportlerinnen und Sportler, liebe Leserinnen und Leser, liebe Zuschauer und Fans, in Erinnerung geblieben sind, an die sie gern zurückdenken, möchten wir berichten. Die Redaktion hat mit Sportlern und Vereinsverantwortlichen aus dem Verbreitungsgebiet über die größten, schönsten oder auch emotionalsten Erlebnisse gesprochen und wird ihre Erinnerungen daran in einer Serie veröffentlichen.

Der Aufstieg mit meiner Mannschaft von der Tischtennis-Landesliga in die Verbandsliga im Jahr 2016 war ein sehr großer Erfolg für mich.

Zuvor bleibt für mich das Sichtungsturnier in Saarbrücken in Erinnerung. Ich bin im Alter von 13 Jahren mit meiner Mutter nach Saarbrücken gezogen und habe angefangen, im Verein zu spielen. Wir hatten dann ein paar Punktspiele absolviert und beim vierten oder fünften Spiel saß dort jemand, den ich nicht kannte, aber der mir zugeschaut hatte. Am Ende des Spiels kam er zu mir und wir unterhielten uns und ich erfuhr, dass er ein Sichter ist für die Sportschule in Saarbrücken. Und er fragte mich, ob ich gern mal zum Landestraining kommen möchte, wo die besten 40 Spieler aus dem Saarland trainieren.

Training mit der Weltmeisterin

Am Mittwoch eine Woche später habe wir uns verabredet. Er hat mich zu Hause abgeholt und wir sind gemeinsam dorthin gefahren und da habe ich Yang Ying (eine ehemalige chinesische Tischtennisspielerin, die 1977 Weltmeisterin im Doppel wurde – d. Red.) kennengelernt. Beim ersten Training hatte ich nur die halbe Einheit geschafft, weil es mir alles zu viel war. Es hatte mir zwar großen Spaß gemacht, war aber eine andere Dimension, weil es vom Niveau her viel stärker war.

Da hatten beispielsweise Bastian Steger sowie weitere Männer und Frauen, die in der 1. und 2. Bundesliga gespielt hatten, mittrainiert. Yang Ying sagte mir zum Abschluss, dass sie großes Talent in mir sieht und sie fragte mich, ob ich in das Sportgymnasium am Rothenbühl kommen möchte. Denn dort hätte ich zwei Stunden am Tag mit ihr zusätzliches Training. Für mich war schnell klar, dass ich dorthin wechsle.

An der Sportschule hatte ich dann jeden zweiten Tag am Vormittag Tischtennistraining, dann von 14 bis 16 Uhr Landeskadertraining, wo die Top 12 aus Saarbrücken dabei waren und anschließend von 17 bis 19 Uhr Landestraining mit den Top 40 aus Saarbrücken. Freitags konnte ich dann auch noch mit den Profis trainieren. Neben Bastian Steger war auch zweimal Timo Boll dabei.