Ungemütlich nasskalt war es gestern auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt, wo Margit Kupka im FCM-Kiosk gegen-über von Karstadt mehr als 120 Fanartikel des Regionalligisten feilhält. Gelegentlich blinkte bei den Vorübereilenden ein blau-weißer Fanschal oder das Logo des Vereins auf. Volksstimme-Redakteur Klaus Renner erkundete, was FCM-Anhänger von ihrem Club erwarten.

Magdeburg. "Dass der FCM die Klasse hält, bald alle Stammspieler wieder gesund sind und auch wieder mehr Zuschauer ins Stadion kommen", hofft René March. Der Magdeburger, der, wie er selbst sagt, kein Spiel des FCM versäumt, "unabhängig vom Tabellenplatz" und der sich schon auf das Freitag-Heimspiel (19 Uhr, MDCC-Arena) gegen den VfB Lübeck freut, bedauert zugleich, dass der Verein "so viele junge Spieler aus der eigenen Nachwuchs-Abteilung gehen ließ, aber auch den erfahrenen Marcel Probst". Trainer Ruud Kaiser solle man "eine Chance geben".

"Altes Präsidium trägt Schuld"

Für den Oschersleber Patrick Rielemann ist "die Hoffnung vorbei. Sie ist nach dem denkwürdigen 1:1 vor rund drei Jahren gegen den FC St. Pauli gestorben. Damals war der FCM so nah dran am Aufstieg." Dennoch treffe die Schuld am derzeitigen Dilemma "nicht den Trainer, sondern das alte Präsidium, das nach der vergangenen Saison so viele erfahrene Spieler hat gehen lassen".

Olaf Donath aus Magdeburg ist da anderer Meinung: "Ruud Kaiser hat schon Dresden nicht hochgebracht. Vielleicht hätte man Paul Linz behalten sollen. Jeder macht mal eine Durststrecke durch. Von den Holländern Wijks und Vorm hätte ich mir mehr versprochen. Der FCM hätte die erfahrenen Lindemann, Fuchs und Braham behalten sollen. Braham hat zurzeit in Aue Probleme. Vielleicht kommt er ja zurück?"

Dass der FCM "aus der Krise herauskommt und am Saison-ende einen Mittelfeldplatz erreicht", hofft der Hötensleber Detlef Radde, der gestern mit FCM-Schal und –Pudelmütze auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs war. "An den Aufstieg ist in dieser Saison nicht mehr zu denken. Aber man sollte dem Trainer Zeit geben, um die Mannschaft zu festigen und sie zu verstärken."

Jens Schröder aus Magdeburg ist der Auffassung: "Der FCM verkörpert gutes Oberliga-, aber kein Regionalliga-Niveau. Ich hoffe, dass er nicht absteigt. Ich erwarte vielmehr, dass die Spieler das umsetzen, was der Trainer fordert. Aber ich glaube, sie sind dazu nicht in der Lage, weil sie zu hoch bewertet worden sind. Als treuer FCM-Fan würde ich mich aber freuen, wenn ich mit meiner Meinung falsch liegen würde."

Sein Lieblingsverein möge "endlich mal zur Ruhe kommen", so Martin Bergmann aus Magdeburg. "Ich meine damit die Mannschaft aber auch das Präsidium, dem ich rate, weiter mit Ruud Kaiser zusammenzuarbeiten".

Dem stimmt David Hilke zu. "Es liegt nicht am Trainer. Kaiser soll bleiben, dann wird sich der Erfolg auch einstellen", glaubt der Magdeburger.

"Ich wünsche dem FCM, dass er endlich mal wieder siegt und die Pleitenserie bald vorbei ist", gibt Henry Koch aus Haldensleben dem Regionalliga-Team mit auf den Weg. "Damit in Zukunft dann auch wieder mehr Zuschauer ins Stadion kommen."

Drei FCM-Spiele in der laufenden Saison hat Christian Berteau angesehen und zeigt sich vor allem davon beeindruckt, "dass es da keine Krawalle gab". Der Magdeburger hegt die Erwartung, "dass der FCM irgendwann mal wieder aufsteigt".