Fünfeinhalb Monate mussten sich die FCM-Fans seit dem letzten Heimsieg gedulden. In einer rassigen, wegen des Abbrennens von Böllern zweimal unterbrochenen Regionalligapartie trafen Beck und Reinhard bei einem Eigentor zum 3:2 (1:2)-Erfolg über Lok Leipzig.

Magdeburg l Pauline küsste nach dem Abpfiff ihren Christian Beck - Tausende FCM-Anhänger hätten es der Freundin des zweifachen Torschützen wohl am liebsten gleichgetan. Der neue Torjäger der Elbestädter erzielte mit gekonntem Flugkopfball in der 64. Minute das 3:2. Zuvor schien es, als hätte der 1,96 m große Winterpausen-Neuzugang in der 50. Spielminute das Leder aus dem Gewühl vorbei an Gäste-Keeper Gäng zum 2:2 ins Tor gestochert. Doch die Fernsehbilder beweisen es: Es war ein Eigentor des Leipzigers Rolleder. Beck sagte nur vielsagend lächelnd: "Ich war mit der Fußspitze noch am Ball, dann weiß ich nichts mehr ..." Für das zwischenzeitliche 1:1 hatte Christopher Reinhard (42.) kurz vor der Pause gesorgt.

Das von zahlreichen sehenswerten Zweikämpfen geprägte, recht faire, aber von vielen kleinlichen Entscheidungen des Schiedsrichters oftmals unterbrochene Spiel machten anfangs die Gäste. Nicht unverdient deren 1:0-Führung (21.), als die FCM-Abwehr den Ball leichtfertig verlor, und der beste Lok-Spieler, Spahiu, Grandner die Vorlage zu seinem Treffer gab. Die zwischenzeitliche 2:1-Führung der Messestädter durch einen 25-m-Grandner-Volleyschuss ins rechte obere Toreck gehört in die Kategorie "Tor des Monats".

Mit Druck aus allen Mannschaftsteilen versuchten die Gastgeber, die Partie nach der Pause noch zu drehen. Dass dieses Unterfangen trotz widriger Umstände schließlich gelang, zeugt von gewachsener Nervenstärke. Hatte es Schiedsrichter Giese nach drei Böllern aus dem Lok-Block nach dem Beck-Tor noch mit einer kurzen Unterbrechung und Ermahnungen belassen, bestimmten von nun an die Gästefans das Geschehen. Auf das 3:2 durch Beck antworteten sie mit einer Böller-Kanonade, woraufhin der Referee beide Teams für sieben Minuten in die Kabinen schickte. Als unter dem Knallen weiterer Böller in der 71. Minute einige FCM-Fans den Lok-Fan-Block stürmen wollten und die Polizei eingriff, drohte das Spiel abgebrochen zu werden. Eines hatten die Randalierer aber erreicht: Der FCM verlor seine Linie, konnte am Ende sogar froh sein, dass Tischer vor Rolleder aus Nahdistanz klärte (74.) und die Gäste kurz vor dem Abpfiff nur die Latte trafen (86.).

FCM-Trainer Andreas Petersen stand die Erleichterung ins Gesicht geschrieben: "Wir wollten alles korrigieren, was in den letzten Spielen nicht so gut lief. Wir haben zweimal zurückgelegen und doch noch gewonnen. Das zeigt, dass unsere Moral intakt ist. Die Leipziger haben es uns nicht leicht gemacht." Auch FCM-Torhüter Matthias Tischer hob die "tolle Moral der Truppe" hervor und sagte: "Ich bin glücklich, dass ich in der Schlussphase diesen schwierigen Ball halten konnte. Wir können stolz sein, in diesem reinen Kampfspiel drei Punkte geholt zu haben."

FCM: Tischer - Boltze, Friebertshäuser, Nennhuber, Neumann - Viteritti, Kurth, Sowislo, Reinhard (77. Teixeira) - Beil (63. Bärje), Beck

Leipzig: Gäng - Werner, Surma, Theodisiadis, Seifert - Spahiu, Brumme, Oechsner (80. Saalbach), Grandner - Schulz (66. Seipel), Rolleder

Schiedsrichter: Giese (Großräschen). Tore: 0:1 Grandner (21.), 1:1 Reinhard (42.), 1:2 Grandner (45.), 2:2 Rolleder/Eigentor (50.), 3:2 Beck (64.). Gelb: Boltze, Beck, Friebertshäuser, Kurth / -