Der Tischtennis-Weltcup am Wochenende in der Magdeburger Bördelandhalle war mit 10 400 Besuchern ein Zuschauermagnet. Reiner Schulz, Vorsitzender des Tischtennis-Verbandes Sachsen-Anhalt, fungierte zum vierten Mal als Leiter eines großen Turnieres in der Landeshauptstadt. Volksstimme-Redakteur Klaus Renner zog nach dem Men’s World Cup mit dem Hallenser eine Bilanz.

Volksstimme: Vor vier Wochen hatten Sie die Marke von 10 000 Besuchern als wünschenswert bezeichnet. Nun sind es sogar noch mehr geworden. Worauf führen Sie die große Resonanz zurück?

Reiner Schulz: 10 000 Zuschauer war mehr Wunschdenken als Realität. Neben dem Rekord-Vorverkauf hat aber auch alles andere gepasst. Ich meine die sensationellen Vorrundenspiele am ersten Turniertag und dann am zweiten Tag, der ohnehin traditionell gut besucht ist, der Kracher-4:3-Sieg von Timo Boll nach dem 1:3-Rückstand im Viertelfinale gegen den Taiwanesen Chuang. Das nährte die Hoffnung bei vielen, auf einen weiteren Erfolg am Sonntag im Halbfinale. Ich meine aber, die Zuschauerzahl ist die eine Seite, die tolle Atmosphäre von weit über 4000 Besuchern am Sonn-abend und Sonntag die andere.

Volksstimme: Mit welchen Vorzügen konnte Magdeburg punkten?

Schulz: Ich denke, diese Veranstaltung war rundum gelungen. Mein Dank gilt den vielen Sponsoren, allen voran der Lotto GmbH, die uns mit 65 000 Euro unterstützte, und die Stadt Magdeburg, die die Bördelandhalle kostenlos zur Verfügung stellte. Dadurch und wegen der vielen Zuschauer liegen wir in der Gewinnzone. Von den Zuschauer-Einnahmen hat auch der Tischtennis-Verband Sachsen-Anhalt etwas, wir erhalten einen Anteil auf unser Konto.

Volksstimme: In der Bördelandhalle fand so etwas wie ein Verbandstreffen von Sachsen-Anhalts Tischtennisspielern statt. Gab es denn gar kein Spiel am Wochenende auf Landesebene?

Schulz: Alle Spielklassen unseres Verantwortungsbereiches hatten am Wochenende spielfrei. Wir hatten das Weltcup-Turnier schon im Sommer bei unseren Saisonplanungen berücksichtigt und keine Punktspiele angesetzt.

Volksstimme: Der Men’s World Cup war nun schon das fünfte Tischtennisturnier von Weltrang in Magdeburg. Denken Sie schon über ein sechstes nach?

Schulz: Na klar. Am interessantesten sind immer Weltcups wie dieser. Dazu ist aber Voraussetzung, dass erst einmal Deutschland wieder einen Zuschlag erhält. Und dann müssen wir hoffen, dass wir das Turnier wieder nach Magdeburg holen können. Einige meiner Amtsbrüder aus anderen Landesverbänden waren in Magdeburg und haben bereits Interesse signalisiert. Vorstellbar wären erneut die German Open, die wir 2005 zuletzt in Magdeburg hatten. Sie finden 2011 als Generalprobe für die Tischtennis-WM 2012 in Dortmund statt. Aber die German Open 2012 hat der DTTB noch nicht vergeben. Realistisch wären aber die German Open 2013 in Magdeburg.

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