Moskau l Es gibt verdammt eng zu auf den letzten Metern. Jonas Plass, Schlussläufer des deutschen Teams über 4x 400 Meter biss sich über die letzten 100 m. Eric Krüger und Thomas Schneider standen am Rand der Bahn im Moskauer Olympiastadion. Die beiden Magdeburger hatten zusammen mit Startläufer David Gollnow die Vorarbeit geleistet. "Als wir sahen, dass Jonas Dritter geworden ist, war uns klar, wir haben es nicht geschafft", sagt ein enttäuschter Thomas Schneider - 0,14 Sekunden fehlten.

Nach 3:02,62 Minuten war Schlussläufer Plass im im Ziel. Platz drei im dritten und letzten Vorlauf am gestrigen Abend über 4x 400 Meter. Es war die insgesamt zwölftbeste Zeit, doch das hat im Hinblick auf das Erreichen des Finales nur bedingt Aussagekraft. Die ersten beiden pro Lauf sowie zwei weiter Zeitschnellsten kamen, so die Regel, in den Endlauf. Das hatte zur Folge, dass die Australier mit der elftschnellsten Zeit als Zweitplatzierte des dritten Vorlaufes ins Finale kamen, einige schneller Teams aus den anderen Läufen aber nicht.

"Die Australier hatte ich nicht auf der Rechnung", muss Eric Krüger einräumen. Er war mit seinem australischen Gegenpart beim Einschwenken auf die Innenbahn "leicht kollidiert. Er war zwei, drei Köpfe größer als ich, er hat dann zurückgesteckt und ist hinter mir geblieben." Im Vorfeld hatte die beiden Magdeburger Russland und die Bahamas am stärksten eingeschätzt. "Wir wussten schon, dass wir vermutlich den langsamsten Lauf von allen haben werden", so Krüger. Eine Einschätzung, die sich als richtig erwies. Die Konsequenz: "Wir mussten versuchen, über die direkte Quali weiter zu kommen." Das heißt: Unter die ersten zwei ihres Vorlaufes.

Die Russen liefen erwartungsgemäß vorweg, dahinter wurde es eng. Das deutsche Quartett, die Bahamas und etwas überraschend die Australier kämpften um den zweiten Finalplatz in diesem Lauf. Die drei Teams lagen im Ziel nur einen Wimpernschlag auseinander. Den Schlussläufer der Bahamas konnte Plass noch abfangen, den Australier nicht.