Magdeburg l Noch vor der U-19-Weltmeisterschaft hat es Tage gegeben, berichtet Philipp Syring, an denen er und Tim Ole Naske sich gesagt haben: "Das wird schwer, überhaupt etwas zu erreichen." In der WM-Vorbereitung lief es für den Doppel-Zweier des Deutschen Ruderverbandes nämlich nicht gut. Erst mit der Anreise in Trakai (Litauen) platzte der Knoten beim Sohn des zweifachen Olympiasiegers André Willms und bei seinem Hamburger Schlagmann. Syring sagt sogar: "Das war wie ein Wunder." Und das Wunder war letztlich aus Gold.

Philipp Syring ist für seinen WM-Titel geehrt worden vom SC Magdeburg am Dienstag dieser Woche. Zum Empfang gab es Blumen und einen "Goldbarren" - für den 16-Jährigen, auch für Neuzugang Max Appel, der in Trakai Gold im Doppelvierer gewann, und für Roland Sommer, den Nachwuchstrainer. Sommer sagt: "Ich denke, auch für den SCM ist es wichtig, Vorbilder zu haben." Und diese Rolle traut er Syring und Appel mit Blick auf die jüngeren Athleten zu.

Syring ist ein Lehrbeispiel dafür, wie wichtig der Kompromiss im Boot für den Erfolg ist. Für Trakai musste sich der 2,02-Meter-Hüne für den viel kleineren Naske umstellen, musste seinen langen, kräftigen Zug dem kurzen, höher frequentierten Schlag des Partners anpassen. "Das war schwer für mich, weil ich lernen musste, meine Kraft an anderen Punkten auszuschöpfen", berichtet er. Und dann "hatte niemand gedacht, dass wir so stark sein würden". Syring und Naske fuhren in allen Läufen der Konkurrenz davon, im Finale waren es mehr als zwei Sekunden Vorsprung im Ziel. "Die Mischung macht\'s", konstatiert Sommer.

Anders könnte das Fazit auch nicht für Max Appel lauten nach dem WM-Titel im Doppelvierer. Der Sohn des ehemaligen SCM-Skullers Sven Appel, der 1990 Magdeburg verließ und noch zwei Jahre in Ratzeburg ruderte, wusste allerdings, "dass eine Medaille drin sein würde. Denn wir waren von Anfang an ein gutes Team". Im WM-Finale hatte das Boot bereits einen großen Vorsprung, als es das Ziel noch gar nicht ansteuerte. "Davon wurden wir so beflügelt, dass wir mit einer Bootslänge gewinnen konnten", so der 17-Jährige, den es nun aus Ratzeburg zum Leistungsrudern beim SCM führt.

Appel beginnt eine Ausbildung zum Mechatroniker, die Lehre lasse sich zeitlich gut mit seinem Sport vereinbaren. "Und mein Vater hat sich über meine Entscheidung für Magdeburg auch sehr gefreut", berichtet er lächelnd.

Appel, 1,95 Meter groß, würde dann in der nächsten Saison gerne in den Doppelzweier steigen. Derweil betont Syring: "Der Einer wird nun mein nächstes Ziel sein, ganz klar." Aber zunächst "müssen wir uns überhaupt für die WM qualifizieren", sagen beide. Die U-19-WM 2014, bei der Appel und Syring noch starten können, findet in Hamburg statt. Coach Sommer erklärt: "Beide müssen erst ihre Aufgaben erfüllen. Aber Konkurrenz in der eigenen Gruppe ist ja immer von Vorteil, das stachelt beide noch ein bisschen mehr an."