Das eiskalte Wetter sorgt bei Fußballfans für heiße Spekulationen. Ob das Regionalligaspiel des FCM gegen den VfB Lübeck am Freitag (Anpfiff 19 Uhr) in der Magdeburger MDCC-Arena überhaupt über die Bühne gehen kann, erscheint derzeit eher unwahrscheinlich. Eine Entscheidung soll bei einer für morgen vorgesehenen Stadion-Visite fallen.

Magdeburg. Bernd Tiedges Blick wandert zum mit Schneewolken verhangenen Winterhimmel, wenn es um die Freitagpartie gegen Lübeck geht. Skepsis klingt aus den Worten des als Leiter der FCM-Geschäftsstelle Zuständigem für Sicherheit, Spielabwicklung und Vereinsorganisation: "Ob am Freitag gespielt wird, hängt von den Wetterbedingungen ab. Wenn am Mittwoch große Schneemassen fallen, es dann wärmer wird und regnet, es ab Freitag schneit und das Ganze überfriert, sieht es eher schlecht aus."

Tiedge erinnert jedoch an die Partie gegen die Reserve von Hannover 96 am 28. November: "Da haben wir auch auf hart gefrorenem Boden gespielt, und der Rasen sah nach dem Spiel so gut wie vor dem Spiel aus."

Keine Probleme sieht er in den teilweise überfrorenen Tribünen und den Aufgängen: "Die müssten dann noch abgestumpft werden. Aber weil bestimmt keine 10 000 Zuschauer ins Stadion kommen werden, ist es kein Problem."

Keinesfalls in Betrieb gesetzt wird die Rasenheizung. Grund dafür sind die immensen Kosten von rund 5000 Euro pro Tag, für die der FCM aufkommen muss. "Die Rasenheizung einzuschalten, hat keinen Sinn", so Tiedge, "zum einen ist jetzt die Vorlaufzeit auf Grund des gefrorenen Rasens zu kurz. Und außerdem: Wenn die Heizung eingeschaltet wäre, und es kommt ab Freitag wieder stärkerer Frost, würde eine gefährliche Kruste entstehen. Da hätte die Rasenheizung schon vor zwei Wochen eingeschaltet werden müssen."

Dem FCM wären in diesem Fall Kosten von deutlich über 50 000 Euro entstanden.

Rein gar nichts hält FCM-Trainer Ruud Kaiser von einem Spiel auf Schneeboden. Er plädiert deshalb für eine Absage: "Das ist nicht zu machen. Schon das Training bei diesen Verhältnissen ist schwierig. Das hat nichts mit Fußball zu tun." Der Holländer weist noch auf einen anderen Aspekt hin – die Fans: "Wir spielen Fußball für unsere Zuschauer. Das geht nun mal besser auf Rasen. Auch die Fans haben bei der Kälte schlechte Bedingungen."

Erfreulich die Tatsache, dass gestern 20 FCM-Akteure, darunter auch die zuletzt angeschlagenen Bauer, Wolf und Sen auf einem Nebenplatz der MDCC-Arena mittrainierten. Nur die Verletzten Bartsch und Verkic mussten passen.

Morgen um 10 Uhr trifft sich die aus Vertretern des FCM, des Stadion-Rechtsträgers sowie des Fußball-Verbandes Sachsen-Anhalt bestehende Platzkommission im Stadion, ob das letzte Heimspiel des FCM vor der Winterpause stattfinden kann oder abgesagt werden muss.