Calgary/Magdeburg. Rennschlitten-Olympiasiegerin Tatjana Hüfner, deren Eltern ihr im verschneiten Vorharzstädtchen Blankenburg am Wochenende die Daumen drücken, ist in den Eisrinnen dieser Welt derzeit das Maß aller Dinge. Die Sektdusche von ihren Kolleginnen am vergangenen Sonnabend, als die 27-Jährige mit ihrem Sieg in Winterberg den historischen 100. Weltcup-Erfolg für die deutschen Damen in Folge feierte, ist nun schon wieder Geschichte.

"Das war nur eine Momentaufnahme und eine Zwischenstation", ordnete die äußerst zielstrebige Sportsoldatin das Ergebnis von Winterberg ein. Im Gesamt-Weltcup baute sie ihre Führung indes weiter aus.

Auch beim heute beginnenden Weltcup im kanadischen Calgary führt der Weg zu Gold nur an Vorjahressiegerin Tatjana Hüfner vorbei. Sie brachte es bisher auf 23 Weltcupsiege. Erfolgreicher als die für Oberwiesenthal startende Harzerin sind derzeit noch die nicht mehr aktiven Silke Kraushaar-Pielach (33 Siege) und Sylke Otto (29). Somit sind die nächsten Ziele für Hüfner klar definiert.

Sieben Wochen vor der WM Ende Januar in Cesana wollen Deutschlands Rennrodler auf der Olympiabahn von 1988 weiteres Selbstvertrauen für den Saisonhöhepunkt tanken. Bei den Männern führt nach zwei zweiten Plätze der Olympiazweite David Möller (Sonneberg) gemeinsam mit dem Italiener Armin Zöggeler die Weltcup-Wertung an.

Für Bruno Banani aus Tonga endet in Calgary das Wettkampfjahr. Der 23-Jährige aus dem nördlich von Neuseeland gelegenen Königreich der 169 Inseln und Atolle hatte vor einem Jahr in Kanada sein Rennrodel-Debüt gegeben. Der Exot verpasste zwar die Olympiaqualifikation für 2010, fand aber inzwischen einen Sponsor – und der trägt zufällig auch noch den Namen des Sportlers. Inzwischen trainiert Banani täglich mit den deutschen Männern um Felix Loch.