Halle. Es mag zunächst nach Enttäuschung klingen, wenn Andreas Bredau aus Burg sagt: "Diesmal waren die anderen einfach besser." Diesmal, das war am vergangenen Wochenende in Lake Placid (USA) der Abschluss der Weltcup-Tournee durch Nord- amerika. Platz sechs im Zweier. Platz sechs im Vierer. Zum ersten Mal auf der Tour standen Pilot Manuel Machata (SC Potsdam) und sein Anschieber nicht auf dem Podest. Und doch sind sie als Weltcup-Führende nach Deutschland zurückgekehrt. "Das hat uns auch ein wenig getröstet."

Manchmal ist es dann ganz gut zu wissen, dass man noch einiges zu tun hat bis zum Saisonhöhepunkt, den Weltmeisterschaften im Februar in Königssee. Gestern weilte Machata zum Pressetermin in München, und er blickte voraus: "Alle deutschen Piloten haben auf einer deutschen Bahn die Chance zu gewinnen oder eine Medaille zu holen." Eben alle. So ausgeglichen ist allein die innerdeutsche Konkurrenz. Christoph Langen, der Bundestrainer, hat seinen Hünen nach den Wettbewerben in Whistler, Calgary, Park City und Lake Placid außerdem Mut zugesprochen: "Das war die beste Überseetour, die der Bob- und Schlittenverband jemals hatte", berichtet Bredau. Und nun "ist die WM ganz klar das Ziel".

Darauf hatte der 26-Jährige sicherlich schon gehofft, als er mit Machata, dem Debütanten auf der Tour, die Selektionsrennen gefahren ist, um sich überhaupt einen Platz im Weltcup zu sichern. Dann fuhren sie nach Nordamerika, sammelten im Zweier und Vierer zwei erste, drei zweite und einen dritten Podestplatz. Zwischen beiden ist ein unheimlich großes Vertrauen entstanden. Nicht nur zwischen ihnen. "Das gesamte Team hat sehr gut zusammengearbeitet", erklärt Bredau. Während die Anschieber sich um die Vor- und Nachbereitung des Schlittens kümmerten, konnte sich Machata ganz auf den Eiskanal und seine Hauptaufgabe konzentrieren – das Fahren.

Zuletzt in Lake Placid begegnete dem Team der Höchstanspruch einer Bahn. "Schnelle und kurze Kurvenkombinationen" prägen dort den Weg ins Ziel – und eine Pflichtbande, gegen die jeder Schlitten zwangsläufig stößt. Es kommt nur auf das Wie an.

"Zwischen Anschieben und Hinterherlaufen"

Machata hatte diese nicht optimal getroffen, was parallel zur Bande der Fall gewesen wäre, sondern eben nur vorn oder hinten. Das nimmt dem Bob die Geschwindigkeit und die Zeit. Machata war bei seinen Siegen zuvor in Höchstgeschwindigkeit durch den Eiskanal gerauscht.

Probleme gab es auch am Start. Der ist in Lake Placid nämlich flach. "Es ist ein Gratwanderung zwischen Anschieben und Hinterherlaufen", berichtet Bredau. Gelaufen sind dann beide ziemlich weit und über den eigentlichen Punkt des Einsteigens wohl hinaus. "Wir hätten vielleicht zwei, drei Schritt früher einsteigen müssen." Dann war Bredau beim Hinsetzen verrutscht, das riss den Bob womöglich aus seiner optimalen Bahn. Am Ende "sind wir im Zweier zweimal solide runtergekommen", resümiert Bredau. Solide reicht bei dieser Konkurrenz eben nicht zum Sieg. Und doch steht die Weltcup-Führung in der vorläufigen Bilanz.

Die wollen sie auch in Igls (Österreich) Mitte Januar beim fünften Wettbewerb verteidigen. Bredau wird bis dahin natürlich nicht nur genießen, sondern auch trainieren. Allerdings sind die fünf Wochen Nordamerika dann schon Vergangenheit. Die waren "doch sehr anstrengend".