Göteborg/Magdeburg. "Ich denke, ich habe meine Aufgabe ganz gut erfüllt", sagte Nationalmannschafts-Debütant Marcel Schmelzer nach dem Schweden-Spiel in die TV-Kameras. Lob gab es für den Ex-Magdeburger anschließend auch vom Bundestrainer. "Er hat seine Aufgabe auf der linken Seite gut gelöst", befand Joachim Löw.

Schmelzer fühlte sich, das war unübersehbar, auf der linken Seite in der Viererabwehrkette sichtlich wohl und dürfte, bei allen noch vorhandenen Schwächen, für die Zukunft auf dieser Problem-Position eine echte Alternative sein.

Der 22-Jährige, der seit 2005 für Borussia Dortmund kickt, hatte in der 36. Minute die erste und einzige Chance der deutschen Mannschaft in der ersten Halbzeit. Schmelzer: "Die 90 Minuten waren sehr hilfreich und neu für mich, es hat auch bei dieser Kälte Spaß gemacht. Wir haben versucht, Fußball zu spielen, aber es wollte kein Tor fallen."

Der rasante Aufstieg des Außenverteidigers – der einst bei Fortuna Magdeburg das Fußball-ABC erlernte, 2001 in die C-Jugend des 1. FCM wechselte und seit 2005 beim Revierklub spielt – wird auch in seiner Heimatstadt noch von vielen Fans verfolgt. Nachzulesen auf Schmelzers Fan-Box im Internet.

Mit 22 ist Schmelzer, der einst als Außenstürmer begann, bereits U-21-Europameister und die zweite Saison Stammspieler beim Tabellenführer der Bundesliga. Er hat sich vorerst bis 2013 an den BVB gebunden, wo Trainer Jürgen Klopp voll auf ihn setzt: "Er hat sich toll entwickelt bei uns."

Dennoch ist Schmelzer mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben. "Meine Eltern sind oft zu Besuch bei Heimspielen oder bei Auswärtspartien, die in der Nähe von Magdeburg stattfinden, beispielweise in Wolfsburg oder Berlin."

Dass ein Mann aus dem Osten gegen Schweden erstmals das Adler-Trikot überstreifen durfte, ist mittlerweile (leider) zur Ausnahme geworden.

Seit der Wiedervereinigung vor 20 Jahren schafften 36 Profis, die noch in der DDR spielten oder zumindest dort geboren wurden, den Sprung in die deutsche Nationalmannschaft. Fakt ist aber auch: Der Anteil der "Ost-Akteure" in der DFB-Auswahl bei Großereignissen nahm seit 2002 stetig ab. Bei der WM in Japan und Südkorea gehörten noch sieben Spieler zum Team von Rudi Völler, 2006 waren es beim Sommermärchen noch vier, in diesem Sommer war der im Einheitsjahr 1990 in Greifswald geborene Toni Kroos der einzige Profi aus den neuen Bundesländern im DFB-Aufgebot.