Frankfurt / Main ( SID ). Nach dem WM-Vorgeschmack auf großer Bühne wartet auf Silvia Neid der Vorbereitungsmarathon und auf ihre Spielerinnen eine 209-tägige Phase der puren Vorfreude. " Ich habe schon Gänsehaut bekommen. Von mir aus könnte die WM bereits morgen losgehen ", sagte Nationalstürmerin Inka Grings nach der Gruppen-Auslosung für die Heim-WM 2011 ( 26. Juni bis 17. Juli ).

Selbst die ansonsten so coole Torhüterin Nadine Angerer bekam nach der Zeremonie einen ersten Eindruck davon, was den Titelverteidiger beim anvisierten Sommermärchen erwarten könnte. " Ich bin eigentlich niemand, der so schnell nervös wird. Aber auch ich habe das Kribbeln jetzt schon gespürt ", verriet die Wahl-Frankfurterin Angerer, die mit der DFB-Auswahl im eigenen Land zum Rekord-Weltmeister aufsteigen will.

Auch Trainerin Neid genießt das stetig steigende Interesse am Hochglanzprodukt Frauen-Nationalmannschaft. Mit einer Einschränkung : " Wir dürfen uns von der Erwartungshaltung nicht verrücktmachen lassen. Wir setzen uns schon selbst genug unter Druck. Wir müssen Spaß haben ", forderte die 46-Jährige, die am 17. oder 18. März zunächst ihren vorläufigen WM-Kader mit 26 Spielerinnen benennt.

Nach dem ersten Testländerspiel des Jahres am 21. Mai ( Gegner und Ort noch offen ) will Neid bereits ihr 21-köpfiges Turnieraufgebot bekanntgeben. Offiziell müsste dies erst am 16. Juni geschehen. Neid ist trotzdem froh, dass bis zum Eröffnungsspiel am 26. Juni gegen Kanada im Berliner Olympiastadion noch genügend Zeit ist. Zeit, um sich mit deutscher Gründlichkeit auf die Vorrundengegner vorzubereiten. In der Gruppe A warten neben " Big Red " noch Afrikameister Nigeria ( 30. Juni in Frankfurt / Main ) und Frankreich ( 5. Juli in Mönchengladbach ).

" Über Weihnachten werden wir uns mit dem Trainerteam Gedanken machen, wer wen wann beobachtet ", meinte Neid und fügte an : " Es wird wichtig sein, dass wir die Gegner gut kennen. Deshalb werden wir sie vor Ort beobachten. "

Die Planungen rund um das eigene Team sind indes schon weit fortgeschritten. Der Europameister wird beim WMHeimspiel kein festes Hauptquartier haben. Einen Tag nach der jeweiligen Partie zieht der Tross weiter in den nächsten Spielort.