Mit Neuzugang Stefan Kneer auf der Königsposition will der SC Magdeburg in der kommenden Handball-Saison Platz fünf angreifen. Der 26 Jahre alte Rückraumspieler vom TV Großwallstadt erhält einen ab Juli 2012 geltenden Zweijahresvertrag.

Magdeburg l Was bereits hinter vorgehaltener Hand die Runde machte (Volksstimme berichtete), fand gestern nun seine Bestätigung: Der SCM hat nur eine Woche nach dem Drama um Kapitän van Olphen (Kreuzbandriss) mit Stefan Kneer einen Spieler mit Format und Perspektive verpflichtet. Der 1,94 Meter große "Halblinke", dessen Vertrag beim TVG im Sommer regulär ausläuft, spielt dort seit 2008 und gehörte zu den absoluten Leistungsträgern. In der aktuellen Saison ist er mit 84 Treffern viertbester Feldtorschütze der Liga.

"Um in der nächsten Zukunft um Platz fünf mitspielen zu können, wollen und müssen wir unsere Personalentscheidungen vorantreiben. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Verletzung von van Olphen, der bis zu einem Jahr auszufallen droht, haben wir reagiert und Stefan Kneer bereits ab kommenden Sommer für zunächst zwei Jahre verpflichtet", erklärte gestern Manager Marc Schmedt mit Leuchten in den Augen.

Schließlich war der SCM, wie Trainer Frank Carstens verriet, "schon längere Zeit hinter Stefan Kneer her, um so glücklicher sind wir, dass wir ihn nun endlich überzeugen konnten". Der 15-fache Nationalspieler - momentan gehört Kneer zum erweiterten 28er Kader - passe perfekt ins Konzept, sei trotz seiner 26 Jahre schon sehr bundesligaerfahren und verfüge über großes Potenzial. "Stefan hat das gleiche Profil wie Fabian, er hat hervorragende Deckungsqualitäten und ist darüber hinaus torgefährlich. Damit sind wir mit van Olphen, Pajovic und Kneer auf dieser Position dreifach besetzt. Aber das muss man auch sein, wenn man nachhaltig kleine Schritte nach vorn gehen will", erläuterte Carstens die Investition in die Zukunft.

Dass Kneer, der am Montag seinen 26. Geburtstag feierte, aufgrund des personellen Engpasses möglicherweise schon früher wechselten könnte, schloss Schmedt aus: "Stefan ist derzeit die Lebensversicherung für den TVG, und es spricht für seinen Charakter, dass er seinen Vertrag erfüllen möchte. Diese Entscheidung respektieren wir." Was die Rückrunde betrifft, vertraue man der jetzigen Mannschaft. Schmedt: "Sie hat ja gezeigt, dass sie die Probleme aus dem Inneren heraus lösen kann. Sollte es aber erforderlich sein zu reagieren, dann werden wir das tun. Aber wir wollen keine Schnellschüsse für ein halbes Jahr, man muss genau schauen, wer uns qualitativ weiterhelfen kann."