Magdeburg/Saarbrücken l SES-Boxer Robin Krasniqi steht im 50. Profikampf seiner Karriere vor einem wegweisenden Duell. Wieder einmal. Allerdings sucht der Magdeburger, der als Halbschwergewichtler zwei Matchbälle zum WM-Gürtel vergeben hatte (Titelkämpfe gegen die Champions Jürgen Brähmer und Nathan Cleverly), sein Heil bekanntlich seit einem halben Jahr im Supermittelgewicht.

Und in dieser in Deutschland seit jeher prestigeträchtigen Gewichtsklasse tummeln sich an diesem Wochenende die deutschen „Kronprinzen“: Krasniqi trifft am heutigen Freitagabend in Saarbrücken auf WBA-Interconti-Champion Jürgen Doberstein (27). Am Sonnabend in Berlin will Tyron Zeuge (24) im Duell mit WBA-Champion Giovanni De Carolis jüngster deutscher Box-Weltmeister aller Zeiten werden. Zudem steht in der Max-Schmeling-Halle mit Arthur Abraham der von Gilberto Ramirez (Mexiko) entthronte WBO-Champion im Ring.

Doch was in der deutschen Hauptstadt passiert und getönt wird, interessiert Krasniqi nicht: „Ich schaue nur auf mich. Schon die ganze harte Vorbereitungszeit hat mich nicht tangiert, was links und rechts abgeht. Da konnte labern, wer will.“ Er sei noch nie so fokussiert auf sein Ziel gewesen, Weltmeister zu werden, wie jetzt. „Und ich war auch noch nie so gut in Form“, verweist der 29-Jährige auf eine „Top-Vorbereitung“ unter SES-Cheftrainer Dirk Dzemski und Athletik-Coach Sepp Maurer.

Mit dem leichteren Limit, das lassen die Facebook-Fotos mit freiem Oberkörper und definiertem Sixpack und Bizeps vermuten, hat Krasniqi keine Probleme. „Bei der Körperfettbestimmung hätte man Schwierigkeiten, irgendetwas Messbares zu finden“, scherzte er am Tag des obligatorischen Wiegens, bei dem er locker im Limit von 76,203 Kilogramm geblieben war.

Doberstein, Lokalmatador in der Saarlandhalle, weiß, was er an seinem Gegner, Nummer fünf der WBO-Rangliste, hat: „Ich will nur die Besten in meiner Gewichtsklasse boxen, um ganz nach oben zu kommen, Robin gehört dazu, und ich werde diesen Fight gewinnen.“

SES-Promoter Steinforth setzt natürlich auf seinen Mann: „Für beide Boxer geht es um sehr, sehr viel: Dem Sieger stehen die Türen für eine WM-Titelchance weit offen, der Verlierer muss sich wieder hinten anstellen. Aber Robin ist dies ganz sicher nicht.“