Boxen

Dzemski lobt SES-Boxer Uldedaj als „Geheimwaffe“

Von René Miller
Jurgen Uldedaj beim Training mit Dirk Dzemski.
Jurgen Uldedaj beim Training mit Dirk Dzemski. Foto: Peter Gercke

Magdeburg - Die Narbe an seiner rechten Hand ist nicht zu übersehen. Eine Narbe, mit der Jurgen Uldedaj eine spektakuläre Geschichte schreibt. Als er sich im Mai 2019 gegen Krzysztof Twardowski den Junioren-Weltmeisertitel der WBC holte, boxte der Cruisergewichtler fast sieben Runden lang mit einem handfesten Handicap. Uldedaj hatte sich den rechten Zeigefinger gebrochen, hielt aber tapfer durch und kam sogar zu einem klaren Punktsieg.

Diesen Gürtel muss er am Sonnabend auf der Magdeburger Seebühne gegen den Ukrainer Dmytro Serguta verteidigen. „Ich bin fit und bin froh, dass ich mich auch endlich wieder vor Zuschauern im Ring zeigen kann“, sagt der 23-Jährige.

Letzter Kampf ohne Fans im Hotel

Seinen letzten Kampf bestritt er im Dezember 2020 ohne Fans im Maritim-Hotel. Und nachdem sein Gegner Bojan Cestic (Bosnien-Herzegowina) zur vierten Runde gar nicht mehr antrat, war die Laune von Uldedaj komplett dahin. „Das hat mir damals alles überhaupt keinen Spaß gemacht“, so der SES-Kämpfer, der im Dezember 2018 in Tirana gegen den Argentinier Nicolas Leandro Arganaraz schon den Junioren-WM-Titel der WBO gewann.

Platte aus der Hand entfernt

Nachdem er durch die Corona-Einschränkungen jetzt sieben Monate pausieren musste, will er es endlich wieder richtig krachen lassen. Uldedaj: „Anfangs hatte ich ja zum Stabilisieren noch eine Platte in der rechten Hand. Weil die ein bisschen gestört hat, ist die inzwischen aber raus. Und ich fühle mich so noch besser.“ Was beim öffentlichen Training am Mittwoch auch deutlich zu sehen war. Da haute er ordentlich auf die Pratzen von Trainer Dirk Dzemski.

Uldedaj macht nur, was er muss

Das SES-Urgestein ist aber froh, wenn sich sein Schützling richtig ins Zeug legt. „Er springt auch gerne mal nur so hoch, wie er muss“, umschreibt Dzemski den Hang des gebürtigen Albaners zur Lockerheit. Was Uldedaj mit einem Schmunzeln bestätigt: „Ich mache das, was ich muss. Wenn der Trainer sagt, ich soll zehn Runden laufen, dann lauf ich zehn Runden. Wenn ich 15 Runden laufen soll, dann laufe ich auch 15 Runden.“

Bisher kann er sich diese Lockerheit auch leisten. Denn der Box-Gott hat ihm viel Talent in die Wiege gelegt. Dzemski: „Für mich ist er eine Geheimwaffe. Er hat großes Potenzial und ist für das Cruisergewicht noch sehr jung. Wenn er sein Können abruft und mit der nötigen Disziplin an die Aufgaben geht, dann kann er viel erreichen. Und weil ich ihn sehr gut kenne, wird er von mir auch entsprechend gefordert. Denn er braucht immer mal den gewissen Tritt in den Hintern.“