Magdeburg l Bis zum Anschlag wird er alles geben, hat Marcus Herwig versprochen. Alles für das EM-Ticket über die olympischen zehn Kilometer. In Setubal will der 22-Jährige vom SC Magdeburg die Fahrkarte für die Europameisterschaften in Glasgow (2. bis 12. August) lösen. In Setubal ist das Wasser noch etwas kühler und recht wellig, blickte der amtierende deutsche Meister wenige Tage vor seinem Start am Sonnabend vor der portugiesischen Atlantikküste voraus: „Aber das liegt mir eigentlich.“

Der Freiwasser-Weltcup in Setubal ist für Herwig allein ein Zweikampf mit Sören Meißner. Während die SCM-Mitstreiter Finnia Wunram mit Rang drei und Rob Muffels mit Platz acht beim ersten Saisonrennen in Doha im März bereits den EM-Start im Loch Lomond gesichert haben, muss Herwig den Würzburger Meißner schlagen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. In Doha kam Meißner auf Rang 14, Herwig folgte auf Platz 16 mit 1,6 Sekunden Rückstand. Und nach einigem Pech. „Ich habe bei zwei Verpflegungen die Wasserflasche nicht erreicht, weil mir immer jemand reingeschwommen ist. Und bei der dortigen Hitze zehrte das zum Ende an den Kräften.“

Diesmal sollen die Kräfte reichen, wenngleich die Vorbereitung durchaus mäßig verlief. Nach Doha kämpfte Herwig zunächst mit einem Infekt. „Drei, vier Wochen hatte er quasi gar nicht trainiert“, erklärte Trainer Bernd Berkhahn. Die Ergebnisse in den Einheiten wurden nach und nach besser, obwohl sie noch „besser sein könnten“, sagte sein Schützling. „Aber ich bin trotzdem guter Dinge, die EM-Qualifikation über die olympische Distanz zu schaffen.“ Das wäre auch eine Referenz mehr auf dem Weg zu den Spielen in Tokio 2020.

Zusätzlichen Ansporn holt er sich übrigens auch abseits des Wassers: „Ich studiere seit dem vergangenen Jahr Gesundheitsförderung und -management an der Fachhochschule“, berichtete Herwig. „Das interessiert mich, da gehe ich gerne hin, das motiviert mich zusätzlich.“ Sollte es dennoch nicht klappen in Setubal, hat er bei den nationalen Titelkämpfen in Mölln (28. Juni bis 1. Juli) noch die Chance, sich über die fünf Kilometer für die EM zu qualifizieren. „Das wäre Plan B“, sagte Herwig. Aber soweit denken er und Berkhahn nicht, der Blick geht zunächst nur nach Portugal: „Und mit ein bisschen Glück“, blickte der Coach voraus, „kann er die Qualifikation schaffen.“