Magdeburg l Die ersten Rennen des Jahres hat Robert Wagner gut verkraftet. Nach einem kurzen Abstecher in Magdeburg in dieser Woche ging es am Freitag für den 33-Jährigen weiter nach Paris, hier startet am Sonntag die Fernfahrt Paris – Nizza. Hier will sich Wagner den letzten Feinschliff holen für die Frühjahrs-Klassiker in Belgien und Frankreich. „Das sind die gefährlichsten Rennen des Jahres“, blickt Wagner mit einer gehörigen Portion Respekt den nächsten Aufgaben entgegen.

E3-Preis in Harelbeke (24. März), Gent – Wevelgem (26. März), Flandern-Rundfahrt (2. April) und als Abschluss Paris – Roubaix (9. April) – so lautet das anspruchsvolle Programm von Wagner über die berühmt-berüchtigten Kopfsteinpflasterpassagen in Belgien und Nord-Frankreich. Hundertausende radsport-begeisterte Fans werden dort wieder an den Straßen stehen und die Fahrer nach vorn peitschen  – bei Wind und Wetter.

Wagner, der beim niederländischen Profi-Team Lotto-Jumbo seine zehnte Saison als Radprofi fährt, hat in den letzten Jahren eine alarmierende Entwicklung festgestellt. „An den entscheidenden Stellen wird es für uns Fahrer immer kritischer, es wird immer rücksichtsloser gefahren. Es fehlt ein bisschen der Respekt der jungen Fahrer. Teilweise herrscht da echt Krieg um die besten Positionen“, hat Wagner bemerkt. „Natürlich muss man als Radprofi ein gewisses Risiko eingehen, gerade in den Massensprints fährt auch immer die Gefahr mit. Ich kenne aber mein Limit und gehe nicht darüber hinaus – meine Gesundheit ist mir dann doch lieber“, so der deutsche Meister von 2011.

Durch die ersten Rennen des Jahres bei der Tour Down Under in Australien, der Algarve-Rundfahrt in Portugal und dem ersten Halbklassiker Kuurne – Brüssel – Kuurne am vergangenen Wochenende ist Wagner unfall- und sturzfrei gekommen. Auch die Form geht in die richtige Richtung. „Die Vorbereitung ist wirklich top gelaufen“, freut sich Wagner, der noch bis Ende 2018 Vertrag hat, und bei den Klassikern wieder wertvolle Helferdienste verrichten soll. Kapitän ist voraussichtlich Lars Boom aus den Niederlanden.

Abschluss und Höhepunkt der Klassiker ist für Wagner wieder Paris – Roubaix. „Das Rennen ist wirklich außergewöhnlich. Es hat so viel Tradition und Geschichte“, freut sich Wagner auf die Tortur. „Das ist auch der einzige Tag im Jahr, an dem ich gern über Kopfsteinpflaster fahre.“ Sieben Mal stand der Profi bisher am Start – sieben Mal hat er das Ziel im Velodrom von Roubaix erreicht. Und bisher immer ohne Reifenpanne – wohl ein Novum im Feld. Wagner wäre sicher froh, wenn das so bliebe. Und noch besser wäre es, wenn der Magdeburger die Frühjahrs-Saison wieder sturzfrei und unbeschadet übersteht – schließlich wartet im Juli noch die Tour de France.