Magdeburg l Zahlreiche Stürze und Verletzungen überschatteten das vorletzte Galopp-Event 2017 am Sonnabend vor rund 3500 Zuschauern im Herrenkrug und hinterließen bei den Verantwortlichen sorgenvolle Mienen.

Am schlimmsten erwischte es Luisa-Stephanie Steudle (Rennstall Wöhler), die im siebten von insgesamt acht Rennen eingangs der Zielgerade vom Pferd fiel, von anderen noch gestreift wurde und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. „Sie hat sich nach Aussage der Ärztin Prellungen im Brustbereich zugezogen“, berichtete Präsident Heinz Baltus, dem die vielen Unfälle ein Rätsel blieben: „Für mich nicht zu erklären, zumal sie an den unterschiedlichsten Stellen wie beim Start, im Ziel oder unterwegs passiert sind. Zum Glück ist nichts Tragisches geschehen, mussten wir nicht noch den Rettungshubschrauer rufen.“ An der nassen Bahn – es hatte zwischenzeitlich geregnet – habe es definitiv nicht gelegen.

"Commissario" ausgeschlossen

Die Probleme fingen bereits im zweiten Rennen an, als der offensichtlich gestresste dreijährige Wallach „Commissario“ zweimal aus der Startbox ausbrach, jeweils eine Solo-Bahnrunde drehte und anschließend von der Rennleitung ausgeschlossen wurde. Ein Magdeburger Starthelfer brach sich in der Box allerdings den Arm. Hinzu kam: Geringerer Umsatz, weil die Wetteinsätze zurückgezahlt werden mussten.

Im weiteren Verlauf erwischte es bei Stürzen auch noch Saskia Müller (Prellung), Monique Lübcke (Schulter ausgekugelt) und den Italiener Fabio Marcialis (leichte Beinverletzung).

Timpelan muss passen

Damit nicht genug. Im ohnehin durch zwei Nichtstarter dezimierten Feld des Hauptrennens, dem Preis der Stadtsparkasse Magdeburg (Ausgleich III über 2050 Meter), musste Mitfavorit und Lokalmatador Marc Timpelan mit „Torqueville“ kurz vorm Start im Führring passen, weil der Tierarzt eine sogenannte Hangbeinlahmheit festgestellt und Startverbot erteilt hatte. „Ich hatte mir viel vorgenommen und bin enttäuscht, aber in einem solchen Moment gibt es nichts zu überlegen“, sagte Timpelan.

Den Sieg sicherte sich Routinier Daniele Porcu mit „Onyxa“ von Trainer Andreas Bolte (Lengerich/Osnabrück). Für die fünfjährige Stute war es beim 18. Start der zweite Karrieresieg.

Der Umsatz lag am Sonnabend bei ordentlichen 96.288 Euro, die sich wie folgt aufteilten: 52.736 Euro von außen, 43.552 Euro auf der Bahn.

Ergebnisse:

I: Schwarze Perle - Feuermädchen - Dschingis Kahn; Sieg 17; Platz 12-16-16; Zweiterwette (ZW) 70; Dreierwette (DW) 154

II: Baldus - Edith - Lagoda; Sieg 47; Platz 13-12-14; ZW 94; DW 323

III: Molly Moon - Canton Delight - Leonarda; Sieg 35; Platz 16-63-44; ZW 1019; DW 10 364

IV: Lepanosie - Index Waiter - Fazenda‘s Girl; Sieg 65; Platz 24-63-25; ZW 1281; DW 25 856

V: Wellensturm - Pensante - Escadron; Sieg 32; Platz 15-25-16; ZW 332; DW 1181

VI: Onyxa - Admiral - Gonora; Sieg 25; Platz 15-25; ZW 117; DW 341

VII: Liverbird - Mystical Wind - Free Beauty; Sieg 114; Platz 43-30-26; ZW 962; DW 5327

VIII: Halona - Awjab - Ella; Sieg 83; Platz 35-27-17; ZW 1153; DW 4148