Magdeburg/Wiesbaden l Auftakt nach Maß für die Diskus-Asse vom SCM: Beim Werfercup in Wiesbaden, der jedes Jahr traditionell die Weitenjagd eröffnet, konnte die Gruppe um die Olympiakandidaten Anna Rüh und Martin Wierig mit Olympia-Normen, durchweg Saisonbestwerten und sogar zwei Hausrekorden aufwarten.

Allen voran gelang Wierig ein großer Wurf: Gleich im ersten Versuch landete der zwei Kilo schwere Diskus bei 67,60 m – so weit hatte der 2014 und 2015 mit einigen Rückschlägen zu kämpfende Schützling von Armin Lemme seit drei Jahren nicht mehr geworfen. „Ich bin sehr zufrieden und glücklich, das war ein optimaler Einstieg“, jubelte der Olympia-Sechste, der seine Frühform mit zwei weiteren Würfen über 65 m unterstrich.

Mit der Wiesbadener Siegerweite übernahm Wierig nicht nur die Führung in der deutschen Bestenliste, sondern der 28-Jährige übertraf auch deutlich die Olympia-Norm von 65,00 m. Zunächst war für Daniel Jasinski und Wierig dieselbe Tages-Bestweite von 67,16 m ausgerufen worden, was aber einem Hörfehler geschuldet war: Nach Prüfung der Protokolle der optischen Weitenmessung wurde die Siegesweite von Martin Wierig nach oben korrigiert – auf 67,60 m. Der Wattenscheider hatte „nur“ 67,16 m weit geworfen.

Bei den Frauen gab es gleich im ersten Wettkampf ein Hauen und Stechen um die Podestplätze und die Olympianorm (61,00 m), diesen Rio-Richtwert schafften sechs Werferinnen. Am Ende hielt Julia Fischer (Berlin) mit starken 66,59 m und neuer persönlicher Bestleistung die Konkurrenz in Schach. Zweite wurde Nadine Müller (Halle/65,42), Dritte Shanice Craft (Mannheim/ 64,42 m). Für die Neu-Magdeburgerin Anna Rüh blieb trotz passabler Weite von 63,42 Metern nur Rang vier. „Eigentlich bin ich ganz zufrieden, das war solide, und darauf kann ich aufbauen. Wenn ich vorne mithalten will, muss auf jeden Fall noch was draufgesetzt werden. Aber das kommt, da vertraue ich voll und ganz meinem Trainer.“

Und Armin Lemme über seine Athletin: „Anna hatte mehr drauf, sie war vielleicht etwas übermotiviert. Mit mehr Lockerheit kann das in Halle schon noch etwas weiter gehen. Der Kampf um die drei Rio-Tickets wird aber wie erwartet sehr hart.“ Insgesamt sei er mit dem Auftakt „aus Magdeburger Sicht sehr zufrieden. So gesehen ist ,Wiris‘ Leistung herausragend. Das ist erst mal eine Ansage. Aber auch die anderen drei Jungs haben sich prima verkauft“, erklärt Lemme mit Blick auf den viertplatzierten David Wrobel, der mit 62,67 m seine persönliche Bestweite nur knapp verfehlt hatte, sowie die neuen Hausrekorde von Youngster Henrik Janssen (3. Platz/U 20/61,81) und Thorben Brandt (5. Platz/U 23/56,08).