Galopp

Magdeburger Renn-Verein in der Corona-Klemme

Der Magdeburger Renn-Verein verschiebt seinen traditionellen Himmelfahrts-Renntag auf den 14. Mai und ruft zu Spendenaktion auf.

Von Uwe Tiedemann
Sechsmal soll sich beim Aufgalopp des Magdeburger Renn-Vereins am 14. Mai die Startboxen öffnen. Foto Eroll Popova

Es sind schwierige Zeiten, die der Magdeburger Renn-Verein gerade durchmacht. Und das hat mehrere Ursachen. Schweren Herzens haben die Verantwortlichen jetzt den Aufgalopp am 13. Mai (Himmelfahrt) um einen Tag auf Freitag, 14. Mai (Beginn 15.30 Uhr) verschoben.

„Dann sind wir Alleinveranstalter, am Donnerstag wären wir es nicht gewesen, weil da auch Dortmund ausrichtet. So hätten wir nicht genügend Pferde und Jockeys gehabt. Und die geplante Variante mit einer Mischung aus je vier Amateurgalopp- und Trabrennen funktioniert auch nicht, weil Amateure coronabedingt derzeit nicht starten dürfen“, erläuterte Präsident Heinz Baltus die Problematik. Nun soll es zum neuen Termin sechs Galopprennen mit möglichst namhafter Besetzung geben.

Eins davon soll – in Anlehnung an das 115-jährige Vereinsbestehen in diesem Jahr – den Namen „Jubiläumspreis der Magdeburger Galoppsportfreunde“ tragen und möglichst fremdfinanziert werden. „Wir rufen zu einer Spende auf und hoffen, so auf das Preisgeld in Höhe von 5000 Euro zu kommen. Wer hier einsteigt, wird später auch im neuen Magdeburger Rennbahn-Kurier mit Foto abgedruckt“, stellte Jens Hitzeroth, Marketingverantwortlicher und Technischer Leiter des Clubs, das Projekt vor.

Besucher sind am 14. Mai zwar nicht zugelassen, auch das VIP-Zelt bleibt geschlossen, es besteht aber die Möglichkeit, über ein Konto bei „www.wettstar.de“ mitzuzocken und über einen kostenlosen Livestream (www.deutscher-galopp.de) die Rennen aktuell am Bildschirm zu verfolgen. Aber gerade, was den Himmelfahrtsrenntag betrifft, kommt natürlich ein wenig Wehmut auf. In der Vergangenheit hatte der Jahres-Höhepunkt stets Tausende in den Herrenkrug gelockt.

Wir müssen die Basis stärken, den Besitzern die Möglichkeit geben, Geld zu verdienen.“

Heinz Baltus

Den Renntag abzusagen, war keine Option. „Wir müssen die Basis stärken, den Besitzern die Möglichkeit geben, Geld zu verdienen, sonst bleibt vielen nichts anderes übrig, als aufzuhören. Das gilt es zu verhindern. Auch deshalb halten wir die Preisgelder mit 5000 Euro pro Rennen relativ hoch“, betonte Baltus. Hitzeroth ergänzte: „Wir sind zudem verpflichtet, sogenannte Leistungsprüfungen pro Jahr durchzuführen, sonst müssen wir an den Dachverband eine Strafe zahlen.“

Fakt ist: Gegenwärtig bewegt sich der Verein auf sehr dünnem Eis. Besonders schwer wiegt das Wegbrechen von Sponsoren. „Im vergangenen Jahr haben uns die meisten noch die Treue gehalten. Doch nun kämpft so mancher Betrieb selber ums Überleben, bittet um Aufschub, zieht sich ganz zurück oder sagt klipp und klar, dass kein Geld fließt, wenn Publikum fehlt. Das trifft uns natürlich hart, wenngleich wir vollstes Verständnis dafür haben“, so Baltus.

Und das ist noch nicht alles. Es fehlen ferner die Zuschauereinnahmen, die Standgelder der Caterer, oder es entstehen neue Kosten durch Umsetzung der Hygienemaßnahmen ein- schließlich Testmobil vor Ort.