Sommerspiele in Tokio

Sarah Köhler aus der SCM-Gruppe bricht mit Bronze den Bann

Sarah Köhler hat den Bann gebrochen: Die 27-Jährige aus der Trainingsgruppe des SC Magdeburg gewann Bronze über 1500 Meter Freistil. Und damit die erste Medalle für deutsche Beckenschwimmer seit 2008.

Von Daniel Hübner
Sarah Köhler bejubelt Bronze. So kraftvoll, wie sie zuvor geschwommen ist.
Sarah Köhler bejubelt Bronze. So kraftvoll, wie sie zuvor geschwommen ist. Foto: dpa

Tokio/Magdeburg - Sie hatte noch die Kraft, mit dem rechten Arm durch das Wasser zu peitschen. Aber nicht nur dieser Jubel verriet ihre Erleichterung nach dem Bronzegewinn über 1500 Meter Freistil. Sarah Köhler aus der Trainingsgruppe des SC Magdeburg hat sich am Mittwochmorgen ihren Kindheitstraum erfüllt und zugleich einen Bann gebrochen. Zum ersten Mal seit den Sommerspielen 2008 gewann ein Athlet des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) wieder eine Medaille im Becken.

„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, sagte die 27-Jährige nach dem Finale über die jüngste olympische Distanz im ZDF. „Ich war super nervös heute.“ Sie war aber auch super in der Frequenz, die sie konstant bis zum Zielanschlag hielt und damit eine herausragende Zeit erzielte. Mit 15:42,91 Minuten kraulte Köhler zu einem neuen deutschen Rekord. Sie unterbot damit ihre eigene nationale Bestmarke um sechs Sekunden.

Hentke verpasst das Finale

Zwischenzeitlich hatte sich Köhler sogar auf Silberkurs geschwommen, an Katie Ledecky (USA), die sich in 15:37,24 Minuten den Olympiasieg sicherte, kam die gesamte Konkurrenz nicht heran. Aber auch Köhler hielt zumindest konstant den Abstand. Erica Sullivan (USA) zog am Schützling von Trainer Bernd Berkhahn noch vorbei und sicherte sich den zweiten Platz (15:41,41). Aber das konnte die Freude Köhlers und ihres Coaches ncht schmälern. Entsprechend flossen Tränen. Wie 13 Jahre zuvor bei Britta Steffen, die mit Doppelgold in Peking die beiden letzten Medaillen für Deutschland im Becken gewonnen hatte.

Derweil hat die lange Freistilstaffel der Männer den siebten Platz belegt: Der Magdeburger Lukas Märtens, Poul Zellmann, Henning Mühlleitner und Jacob Heidtmann schlugen im Finale über die 4x200 Meter nach 7:06,51 Minuten an. Olympiasieger wurde die Mannschaft der Briten in 6:58,58 Minuten.

Franzika Hentke hat zum Abschluss ihrer Karriere derweil das Finale verpasst: Bei ihren zweiten Sommerspielen musste sich die 32-Jährige vom SCM mit dem 13. Platz über 200 Meter Schmetterling zufriedengeben. „Ich habe mich gut gefühlt, ich weiß nicht, warum ich das nicht umsetzen konnte“, sagte sie. Nach einer schwierigen Vorbereitung inklusive einer Zahn-Operation konnte sie wie schon im Vorlauf auf den letzten 50 Metern des Semifinals nicht mehr zulegen und schlug nach 2:10,89 Minuten an. Zum Einzug in den Endlauf fehlten Hentke 1,90 Sekunden.