Magdeburg l Franziska Hentke muss es wissen. Sie arbeitet seit acht Jahren mit ihm zusammen. Sie hat unter ihm den deutschen Rekord aufgestellt: 2:05,26 Minuten über 200 Meter Schmetterling. Im Juli 2015 in Essen. Sie ist Vizeweltmeisterin geworden 2017 in Budapest (Ungarn). Und sie sagt: "Ich freue mich wahnsinnig für Bernd. Er lebt und liebt seinen Trainerjob und steckt mehr Energie in seine Arbeit, als er eigentlich hat." Bernd. Das ist Bernd Berkhahn. Bundestrainer. Trainer der Schwimmer des SC Magdeburg. Trainer des Jahres 2020 des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Am Sonntag sind in Baden-Baden die Sportler des Jahres gekürt worden. Sie heißen Malaika Mihambo (Weitsprung), Leon Draisaitl (Eishockey), der FC Bayern München (Mannschaft). Sie wurden von 960 Sportjournalisten des Landes gewählt, Berkhahn von einer Jury des DOSB gekürt. Sie sind die Besten eines Corona-Jahres, in dem der Sport in den Hintergrund gerückt ist, in dem Leistungen aber umso wichtiger wurden. Zum Beispiel die Leistung von Lukas Märtens. Er ist 18, ab kommenden Sonntag 19 Jahre. Er hält seit diesem Wochenende einen Altersklassenrekord, von dem man glaubte, es ist ein deutscher Rekord (Altersklasse 19) für die Ewigkeit.

Michael Groß, der "Albatros", hat diesen Bestwert in Rom vor mehr als 38 Jahren aufgestellt über 200 Meter Freistil. Märtens hat ihn nun um 63 Hundertstelsekunden verbessert auf 1:47,24 Minuten. Der Berkhahn-Schützling sagte: "Ich konnte es gar nicht fassen, als ich auf die Anzeigetafel geguckt haben. Ich dachte nur: Wow, das ist aber schon gut."

Schon gut, nicht schlecht, könnte noch besser sein, einiges verschenkt: Im Grunde genommen hat Lukas Märtens mit seiner Einschätzung ein Paradebeispiel dafür geliefert, was Berkhahn in diesem Fall ebenso sagen würde. Vor der wissenschaftlichen Auswertung. Denn das ist die andere Stärke des Bernd Berkhahn: "Es gibt keinen Millimeter meines Armzugs, den er noch nicht analysiert hat", meinte Florian Wellbrock, der Doppelweltmeister, den Berkhahn wie Vizeweltmeisterin Sarah Köhler oder Rob Muffels, Team-Weltmeister und Bronze-Gewinner im Freiwasser, oder Finnia Wunram, WM-Silber über 25 Kilometer, in die Weltspitze geführt hat.

Und eben auch Franziska Hentke, 31 Jahre. Seit acht Jahren arbeitet sie mit ihm zusammen. Zuvor hat Berkhahn Elmshorn zu einer der ersten Adressse des Schwimmsports in Deutschland gemacht: "Man kann seine Arbeit nicht genug würdigen", sagte Hentke. Manchmal reicht auch ein Superlativ wie jener, den Thomas Kurschilgen als Leistungssportdirektor des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) gefunden hat: „Bernd Berkhahn hat sich einen festen Platz als Trainer in der Schwimmhistorie erobert.“