1. FC Magdeburg

Gurkentruppe? „Ist mir egal“

Der 1. FC Magdeburg wil nach zwei Niederlagen in Folge bei Jahn Regensburg den Negativtrend stoppen.

Magdeburg l „Back to the roots“ – zurück zu den Wurzeln. Diese Marschroute hat Trainer Jens Härtel vor dem 13. Spieltag und der Auswärtspartie bei Aufsteiger Jahn Regensburg ausgegeben. „Wir müssen unser Spiel wieder einfacher halten. Lange Bälle und zweite Bälle sind ein gutes Mittel zum Erfolg“, sagte Härtel am Donnerstag in der obligatorischen Spieltags-Pressekonferenz. Nach dem mit 2:4 gegen den Chemnitzer FC gescheiterten Versuch, mit mehr spielerischen Mitteln und offensiverer Ausrichtung zum Erfolg zu kommen, soll das Spiel des FCM wieder von den Basics leben.

Mit dem Konzept „hoch und weit“ ist der Club bislang erfolgreich gefahren in der 3. Liga, hat sich aber nicht den Ruf von Zauberfußball erarbeitet. In den einschlägigen Internet-Foren wird schon mal über die fehlende spielerische Entwicklung gelästert. Und Kevin Pezzoni, Ex-Bundesliga-Profi und jetzt in Diensten von Liga-Rivale SV Wehen Wiesbaden, ließ sich nach der 0:3-Heimniederlage gegen den FCM dazu hinreißen, die Gäste als „Gurkentruppe“ zu bezeichnen.

„Es ist mir egal, was andere über uns denken oder uns sogar als Gurkentruppe bezeichnen. Unsere Ergebnisse sprechen für sich“, sagte Härtel. „Jeder Trainer will natürlich auch schön spielen lassen. Das muss der Kader aber auch hergeben. Wir müssen unsere Stärken sehen – die liegen nicht darin, alles spielerisch zu lösen. Dann müssten wir den Kader größer umbauen. Und das wünschen wir uns nicht“, sagte Härtel weiter.

Beim furios gestarteten Aufsteiger Regensburg, der von Ex-Nationalspieler Heiko Herrlich trainiert wird und der derzeit einen Punkt vor dem FCM liegt, dürften die spielerischen und offensiven Möglichkeiten des FCM ohnehin noch ein bisschen schmaler ausfallen als sonst. Mit dem designierten Spielgestalter Gerrit Müller (Oberschenkel) und Dribbelkönig Manuel Farrona-Pulido (Wadenprobleme) droht der Ausfall von zwei Akteuren, die für diese Fähigkeiten stehen. Dazu fehlen weiter die langzeitverletzten Lukas Novy und André Hainault. Michel Niemeyer ist dagegen zurück im Training und könnte laut Härtel eine Option für den Kader sein.

„Wir müssen unsere Stärken auf den Platz bringen und dort weitermachen, wo wir in der zweiten Halbzeit gegen Chemnitz aufgehört haben“, forderte Offensivmann Florian Kath, der gegen den CFC 25 Minuten für frischen Wind sorgte und auf seinen nächsten Einsatz hofft. Nach den vier vermeidbaren Gegentoren gegen Chemnitz wird Härtel aber in Bayern wohl erstmal die Defensive stärken. „Wir haben auch aufgrund der Umstellungen an Stabiltät verloren und einfach zu viele Fehler gemacht. Es ist jetzt keine Zeit, Spieler spielen zu lassen, die bisher wenig Anteile hatten“, sagte Härtel, der mit „Altbewährtem“ den Trend stoppen will: „Am Ende ist das Ergebnis für uns nun mal alles.“

Das Spiel beginnt am Sonnabend um 14 Uhr in der Continental-Arena.