Handball

SC Magdeburg scheitert an Balingens Keeper Ruminsky

Der SC Magdeburg hat zum zweiten Mal in Folge in der Handball-Bundesliga verloren. Gegen Balingen unterlag die Mannschaft von Trainer Bennet Wiegert mit 26:28 (13:12).

Von Daniel Hübner

Magdeburg. Mike Jensen hatte es sich im Schneidersitz auf der Platte bequem gemacht, der zukünftige Keeper des SC Magdeburg studierte vor dem Anwurf der Partie die Würfe seiner zukünftigen Teamgefährten. Regungslos. Emotionslos. Zu halten bekam er sie nicht. Jensen (leichte Zerrung in der Kniekehle) blieb gestern Abend in der Getec-Arena ohne Einsatz.

Er sah dann nach dem Anpfiff eine Viertelstunde lang einen unzufriedenen Keeper Jannick Green, er sah, wie der dänische Landsmann sich über Gegentreffer ärgerte. Gestikulierend. Bis zu seiner ersten Parade. Beim 8:9, 15 Minuten waren bereits absolviert, hielt der 32-Jährige seinen ersten von vier Bällen, wichtigen Bällen, in der ersten Halbzeit. Doch das reichte den Grün-Roten nicht als Signal. Sie verloren letztlich mit 26:28 (13:12) gegen Balingen-Weilstetten. Zugleich riss eine Serie: Nach acht Jahren hatten die „Gallier“ erstmals wieder gegen die Magdeburger gewonnen. Was einen sehr nachdenklichen Trainer Bennet Wiegert zurückließ: „Ich ringe mit den Emotionen“, erklärte er nach der Schlusssirene. „Ich bin enttäuscht. Und ich hoffe, dass die Nacht für meine Spieler so schlecht wird wie meine.“

Die Gastgeber kamen von der ersten Sekunde an nicht in die Partie, sie kamen in kein Tempo. Und sie kamen selten im Positionsangriff zum Erfolg. Es bedurfte schon einer Willensleistung von Christian O’Sullivan oder eines Siebenmeters von Omar Magnusson, um im Spiel zu bleiben. Der Isländer schraubte sein Torekonto letztlich auf 180 hoch und näherte sich in der Schützenliste der Liga Spitzenreiter Robert Weber (Nordhorn) bis auf zehn Treffer – bei einem Spiel weniger.

Kampfstarke „Gallier“

Aber auch Magnusson verwandelte nicht jeden seiner Versuche, dreimal scheiterte er per Strafwurf an Keeper Mario Ruminsky. Auf der Gegenseite agierten die Gäste mit viel Geduld, suchten die Lücken. Sie nutzten technische Fehler der Magdeburger und nicht zuletzt eine Überzahl. Nach einer Zeitstrafe gegen Christoph Steinert gingen sie mit 4:1 (6.) in Führung und hielten diese – bis Green zur ersten Parade kam. Tim Hornke brachte den SCM erstmals nach dem 1:0 mit dem 11:10 (22.) wieder in Front. Und weil danach weitere schnelle Treffer gelangen, schien der Magdeburger Zug Fahrt aufzunehmen.

Aber die „Gallier“ wehrten sich. Vehement. Kampfstark. Und sie rückten nicht von ihrer Strategie ab. Geduld im Angriff, Disziplin in der Abwehr. Sie erzielten wieder die Führung. Coach Wiegert blieb nach außen ruhig, aber innerlich brodelte es gewaltig. Balingen verteidigte die Führung auch mit zwei Kreisspielern bei sieben Akteuren im Angriff, die die Lücken rissen. Zudem hielt ein herausragender Keeper Ruminsky – nach der Pause im persönlichen Dauerduell mit Michael Damgaard beinahe der Dauersieger – seinem Team den Rücken frei. 20:23 hieß es nach 44 Minuten. Wiegert griff zur grünen Karte, brachte Tobias Thulin für Green.

Es wurde nicht besser (22:28/54.). Es blieb verkrampft, während die Emotionen bei Balingen ein Top-Niveau erreichten. Und sich die Gäste damit den Sieg redlich verdienten.