Handball

SCM auf Kurs im Europa-Cup

Der SC Magdeburg zieht als Gruppensieger ins Achtelfinale der European Handball League ein. Gegner ist Pelister Bitola aus Nordmazedonien.

Magdeburg l Für die Handballer des SC Magdeburg wird der heutige Tag irgendwie anders sein. Kein Spiel, keine Reise, kein Training – sondern einfach mal wieder frei. „Das hat sich die Mannschaft nach wirklich anstrengenden Tagen verdient. Durch das Spiel in Moskau waren wir jetzt ja sogar fünf Tage am Stück unterwegs“, sagt Trainer Bennet Wiegert.

Der 39-Jährige hatte sich mit seiner Mannschaft ja schon am vergangenen Sonnabend auf den Weg nach Kassel gemacht, weil dort tags darauf das Spiel gegen die MT Melsungen auf dem Programm stand. Gestern Abend dann kehrte der SCM mit dem Flieger aus Moskau nach Frankfurt/Main zurück und war nach rund vierstündiger Busfahrt erst kurz vor Mitternacht wieder in Magdeburg. Durch die zwei Siege (27:24 in Melsungen und 35:27 in Moskau) war die Laune natürlich entsprechend gut. Wiegert lobt: „Der Sieg in Moskau war eine absolute Willensleistung der Mannschaft. Da war die mentale Stärke sogar noch größer als die sportliche.“

Wichtig war dabei auch, dass fast jeder seinen Anteil daran hatte, diese zwei Siege mit entscheidend zu prägen. Wiegert: „Jeder wurde gebraucht und kehrt mit einem guten Gefühl zurück. Das ist wichtig für unseren Teamgeist.“ So waren Jannick Green in Melsungen und Tobias Thulin in Moskau zwischen den Pfosten entscheidende Säulen für den Erfolg. Nachdem Omar Ingi Magnusson in Melsungen mit acht Treffern der beste Torschütze war, konnte sich bei ZSKA im rechten Rückraum Christoph Steinert beweisen und warf wichtige Tore. Tim Hornke hatte in Melsungen zugeschaut, um in Moskau mit neun Treffern bester Werfer zu sein. Und Christoph O‘Sullivan zeigte deutlich, dass er ein echter Leader ist. Seine vielen Spielminuten in Moskau waren aber wohl eher nicht so geplant. Doch Michael Damgaard humpelte nach sieben Minuten von der Platte und fasste sich mit schmerzverzerrtem Gesicht ans linke Knie. Wiegert: „Er konnte auch nicht mehr weiterspielen und war damit leider raus. Jetzt warten wir erst einmal ab, was die Ärzte sagen.“

Obwohl beginnend mit der Partie am Sonntag gegen Coburg (16 Uhr, Getec-Arena) auf den SCM erst einmal wichtige Aufgaben in der Bundesliga warten, dürfen die Grün-Roten sich im weiteren Verlauf des europäischen Wettbewerbs gute Chancen ausrechnen. Im Achtelfinale am 23. und 30. März heißt der Gegner Eurofarm Pelister Bitola aus Nordmazedonien und sollte in zwei Spielen für den SCM absolut machbar sein. Im Viertelfinale am 13. und 20. April wäre der SCM gegen Leon (Spanien) oder Kristianstad (Schweden) ebenfalls Favorit und darf deshalb durchaus vom Final Four am 22./23. Mai in Berlin träumen. Zumal die Siege in Moskau und zuvor bei Montpellier international echte Achtungszeichen waren.

„Unser Fokus richtet sich zunächst einmal voll auf Coburg. Aber dass wir unbedingt Gruppensieger werden wollten, um genau diesen Ansetzungsweg einschlagen zu können, daraus haben wir ja kein Geheimnis gemacht“, erklärt Wiegert, der sich nach dem Erfolg in Moskau beim Abendessen auch gleich das letzte Gruppenspiel von Pelister bei Kadetten Schaffhausen (26:29) im Stream bei DAZN angeschaut hat.