Handball

SCM feiert auch in Moskau

Die SCM-Handballer können jubeln. Mit einem starken 35:27 in Moskau wurde der Gruppensieg in der European League endgültig perfekt gemacht.

Moskau/Magdeburg l Lachende Gesichter, gegenseitiges Abklatschen und natürlich auch tiefes Durchatmen bei den Handballern des SC Magdeburg: Mit einem 35:27 (18:17) machten die Grün-Roten bei ZSKA Moskau den Gruppensieg in der European Handball League endgültig klar. In der selben Halle übrigens, in der die DDR mit fünf Magdeburgern 1980 gegen die Sowjetunion olympisches Gold gewann. Und so wie damals Wieland Schmidt brachte diesmal Keeper Tobias Thulin die Gastgeber zum Verzweifeln. Starke 15 Paraden und eine Fangquote von 36 Prozent hatte der Schwede am Ende auf seinem Konto. Im Achtelfinale (23./30. März) wartet Pelister aus Nordmazedonien.

Beim SCM wurden gegenüber dem Spiel bei Melsungen wie erwartet einige Wechsel in der Startformation vorgenommen. So begannen Tim Hornke, am Ende mit neun Toren bester Werfer, auf Rechtsaußen, Christoph Steinert im rechten Rückraum, Thulin im Tor. Und im Angriff durfte zunächst auch Michael Damgaard ran. Doch so richtig rund lief das zuletzt erfolgreiche Spiel der Magdeburger erst einmal nicht.

Schon nach wenigen Minuten wurde zudem klar, dass ZSKA nicht mit der Mannschaft zu vergleichen ist, die im vergangenen November nach Magdeburg gekommen war. Beim 37:30-Sieg des SCM waren die Russen nur mit zwölf Akteuren angetreten. Sogar Trainer Velimir Petkovic musste in Moskau bleiben. Gestern stand der frühere Füchse-Coach aber an der Seite und hatte sein Team zunächst gut eingestellt. Nach sieben Minuten führte Moskau 6:3 und kurz darauf 7:4.

Weil sich Damgaard am linken Knie verletzt hatte, kam Christian O’Sullivan nach sieben Minuten auf die Platte und Lukas Mertens glich nach 13 Minuten zum 9:9 aus. Nach einem genialen Pass von Marko Bezjak brachte Zeljko Musa die Gäste sogar wieder in Führung (11:10/16.). Doch das Spiel blieb temporeich mit vielen Toren. Und als ZSKA zwei Minuten vor der Pause mit 17:15 vorn lag, stauchte SCM-Coach Bennert Wiegert sein Team in einer Auszeit ordentlich zusammen. „Dass wir noch für keine Zwei-Minuten-Strafe beim Gegner gesorgt haben, liegt nicht an den Schiedsrichtern, sondern an unseren Zweikämpfen“, schimpfte der 39-Jährige, untersagte zudem die Pässe am Kreis, um nicht ständig in Gegenstöße zu laufen. Das hat gewirkt. Die Gäste drehten noch einmal auf, Steinert hämmerte den Ball fast mit der Pausensirene zur 18:17-Führung des SCM ins Tor.

Weil Thulin die ersten zwei Angriffe abwehrte, legte der SCM nach dem Seitenwechsel noch das 19:17 hinterher. Doch die Russen gaben nicht auf und nutzten einige Ballverluste der Gäste, um sich wieder in Führung (22:21/39.) zu werfen. Aber selbst die dritte Zeitstrafe und damit verbundene Disqualifikation von Piotr Chrapkowski (44.) steckte der SCM weg.

Als der starke O‘Sullivan zehn Minuten vor Schluss zum 28:26 für den SCM traf, war klar, dass der direkte Vergleich gegen Moskau gewonnen wird. Doch die Magdeburger wollten unbedingt auch ihre Siegesserie ausbauen. Während Keeper Thulin fast gar nichts mehr zuließ, wurden im Angriff eiskalt die sich bietenden Chancen genutzt. Mit einer Wurfeffektivität von 73 Prozent war das Ergebnis am Ende noch deutlicher als im Hinspiel. Und der SCM ist mittlerweile seit 16 Spielen in Serie ungeschlagen.