Handball

SCM jagt eigenen Rekord

Der SC Magdeburg ist inzwischen seit 20 Spielen ungeschlagen. Am Sonntag soll das auch in Stuttgart so bleiben.

Magdeburg l Beim SC Magdeburg war gestern erst einmal Ausschlafen angesagt. Nach dem 32:24-Sieg im Achtelfinal-Hinspiel der European Handball League (EHL) bei Pelister Bitola in Nordmazedonien waren die Grün-Roten per Charter durch die Nacht geflogen und in den frühen Morgenstunden in Leipzig gelandet. Mit dem Bus ging es dann nach Magdeburg, wo sich das Team erst am Freitag wieder zum Training trifft. „Wir haben eine anstrengende Woche vor uns. Da ist es wichtig, ordentlich zu regenerieren und vor allem zu schlafen“, erklärt SCM-Trainer Bennet Wiegert.

Anstrengende Woche heißt, sich am Sonnabend schon wieder auf den Weg nach Stuttgart machen, wo am Sonntag (13.30 Uhr) das nächste Bundesliga-Spiel auf dem Programm steht. Am Dienstag (18.45 Uhr) folgt dann das Rückspiel im Europacup und Ostersonntag (13.30 Uhr) steigt in der Getec-Arena das Bundesliga-Topspiel gegen Flensburg-Handewitt.
Sollte der SCM ungeschlagen durch diese Woche kommen, hätte der Verein einen neuen Rekord aufgestellt. Aktuell ist die Mannschaft wettbewerbsübergreifend seit 20 Spielen ungeschlagen. Die letzte Niederlage stammt vom 29. November 2020, als in der Bundesliga mit 29:33 beim SC DHfK Leipzig verloren wurde. Seitdem hat der SCM 18 Siege, sieben davon im Europacup, und zwei Remis geholt. Nur in Wetzlar und Kiel mussten die Punkte geteilt werden.

Die aktuelle Bestmarke stammt aus der Saison 2016/17. Da blieb der SCM in der Bundesliga 14 Spiele und dazu im damaligen EHF-Cup acht Spiele lang ungeschlagen. Beendet wurde die Serie von insgesamt 22 ungeschlagenen Partien beim Europacup-FinalFour in Göppingen. Da unterlagen die Magdeburger im Halbfinale den Gastgebern mit 29:33. Innerhalb der Bundesliga ging die erfolgreiche Serie des SCM allerdings weiter. Da kamen die Magdeburger saisonübergreifend sogar auf 21 ungeschlagene Punktspiele.

Obwohl Wiegert schon damals an der Seitenlinie stand, sind solche Statistiken für ihn nebensächlich: „So richtig kann ich mich daran  gar nicht mehr erinnern. Ich beschäftige mich mit solchen Dingen auch nicht. Solche Serien sind bei der heutigen Leistungsdichte im Spitzensport auch eher unnormal.“ Umso höher ist die aktuelle Serie einzuordnen. Bei den 20 Spielen waren international auch die Siege in Montpellier und Moskau dabei. Auch der Sieg in Bitola ist nicht alltäglich. Und in der Bundesliga gastierte der SCM während dieser Serie in Kiel, Melsungen und Hannover und spielte zu Hause gegen Angstgegner Füchse Berlin. „Diese Erfolgsserie macht unglaublich viel Spaß. Ärgerlich ist nur, dass wir dabei keine volle Halle haben“, sagte Torwart Jannick Green nach dem Sieg gegen die Füchse und ergänzte: „Wir wissen aber natürlich auch, dass die Serie irgendwann reißen wird.“

Hoffentlich aber nicht durch einen positiven Corona-Befund im Europacup. Die EHF hat nämlich eine höchst strittige Regelung aufgestellt. So wird bei den Achtelfinal-Rückspielen unabhängig vom Hinspiel-Ergebnis das Team vom Wettbewerb ausgeschlossen, welches nicht antreten kann. Eine Verlegung kommt nicht infrage, weil die Viertelfinals für den 13./20. April terminiert und  keine Ausweichtermine vorgesehen sind. 
Ähnlich verrückt verhält es sich übrigens beim Achtelfinal-Duell zwischen Kristianstad und Ademar Leon. Das für Dienstag geplante Spiel wurde abgesagt, weil es bei den Spaniern mehrere positive Corona-Tests gab. Nun sollen am nächsten Montag und Dienstag in Kristianstad das Hin- und Rückspiel steigen. Der Sieger wäre ja der mögliche Viertelfinal-Gegner des SCM.