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Handball SCM-Serie endet in Kiel

Nach zwei Unentschieden beim HC Erlangen und zu Hause gegen den THW Kiel musste sich der SC Magdeburg in dieser Bundesligasaison nun auch erstmals geschlagen geben. 29:31 hieß es am 21. Spieltag beim erneuten Duell gegen den THW.

Von René Miller Aktualisiert: 15.02.2026, 20:47
Gisli Kristjansson erzielte in Kiel sein 500. Bundesligator.
Gisli Kristjansson erzielte in Kiel sein 500. Bundesligator. Foto: Franzi Gora

Kiel - Nun ist auch die Diskussion um die Unschlagbarkeit des SC Magdeburg beendet. Obwohl die Grün-Roten in der ersten Halbzeit das Spiel im Griff hatten, mussten sie sich am Ende dem THW Kiel vor 10.285 Zuschauern mit 29:31 (12:10) geschlagen geben. „Wenn man in Kiel gewinnen will, muss vieles gut klappen. Aber wir haben leider zwei, drei Fehler zuviel gemacht“, ärgerte sich Matthias Musche. Und Lukas Mertens sagte: „Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht mehr genug auf die Platte gebracht. Und Gonzalo Vargas hat auch sehr gut gehalten.“ Der Spanier hatte am Ende sogar 14 Paraden auf dem Konto.

Wie schon am Mittwoch beim Heimspiel des SCM wurden auch in Kiel vor dem Anwurf unter großem Applaus erst einmal die EM-Medaillengewinner geehrt. Die THW-Fans konnten dann zwar auch das erste Tor des Abends durch Eric Johansson bejubeln, aber dann übernahmen die Magdeburger das Kommando in der Kieler Arena. Omar Ingi Magnusson brachte nach sechs Minuten den SCM mit 2:1 erstmals in Führung. Gisli Kristjansson sorgte in der 11. Minute beim 4:2 für das erste Zwei-Tore-Polster. Auch das 5:3 ging auf das Konto des Isländers, der damit auch sein insgesamt 500. Bundesligator warf. Und als die Gäste von einem 5:4 (15.) sogar auf 8:4 (19.) stellten, hörte man in der Arena plötzlich nur noch die SCM-Fans. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Magdeburger durch Magnusson (4.) und Matthias Musche (13.) sogar schon zwei Siebenmeter verworfen.

Vargas überragt im Kieler Tor

Beide Male hielt Gonzalo Perez de Vargas. Dass der Spanier zwischen den Pfosten stand, dafür hatte Felix Claar gleich beim ersten Magdeburger Angriff mit einem unbeabsichtigten Gesichtstreffer bei Andreas Wolff gesorgt. Claar kam zwar ohne Strafe davon, aber der deutsche Nationaltorwart musste danach auf der Bank erst einmal behandelt werden. Und weil Vargas an alte Zeiten von Barcelona anknüpfte, blieb er im Tor. Seinen sechs Paraden mit einer 40prozentigen Fangquote hatten es die Kieler auch zu verdanken, dass der SCM in der 26. Minute nur noch 9:8 führte. Und als Lukas Zerbe mit einem Gegenstoß auf dem Weg zum 10:10 war, fuhr Sergey Hernandez den linken Fuß aus (29.) und hatte zur Pause auch schon sieben Paraden auf seinem Konto. Vargas stand dann bei acht Paraden.

SCM verwirft drei Siebenmeter

Nachdem Magnusson per Siebenmeter für eine 12:10-Pausenführung gesorgt hatte, eröffnete der Isländer erneute vom Siebenmeter-Strich auch das Torewerfen nach dem Seitenwechsel. Aber die Kieler kämpften sich erneut zurück und verkürzten in der 34. Minute auf 15:14. In der Arena ging das große Knistern los. Beim nächsten Siebenmeter des SCM (35.) war auch Wolff zurück und parierte gleich den Wurf von Magnusson. Seine Vorderleute nutzten das kurz darauf zum 15:15 (37.). Und gaben mit ihren Fans im Rücken weiter richtig Gas. In der 43. Minute hatte der THW mit einem 19:17 das Spiel sogar gedreht. Tim Hornke als mittlerweile dritter Siebenmeterschütze verkürzte zwar gleich auf 19:18 – aber die Kieler legten immer wieder vor. Deshalb nahm SCM-Coach Bennet Wiegert in der 46. Minute beim 22:20 eine Auszeit. Der Hebel wurde aber auch damit nicht umgelegt. Kiel ging zehn Minuten vor Schluss sogar mit 25:22 in Führung.

Und als dann Magnus Saugstrup beim Stand von 23:26 aus SCM-Sicht das leere Kieler Tor verfehlte, legten die Kieler unter tosendem Applaus das 27:23 (51.) nach. Jetzt wurde es richtig eng. Und die Kieler ließen auch nicht nach, hatten fünf Minuten vor dem Ende beim 29:25 immer noch ein Vier-Tore-Plus. Dien Gäste kamen zwar noch mal auf 28:30 (58.) und 29:31 (60.) ran - aber zu mehr reichte es nicht mehr. „Beim Kieler Ausgleich kam die Halle zurück. Und obwohl da noch genügend Zeit auf der Uhr war, haben wir es nicht geschafft, die Kieler Angriffe so abzuwehren, dass wir in Ballbesitz kommen. Und als wir mit zwei, drei Toren zurücklagen, wurden wir viel zu fahrig. Deshalb geht diese Niederlage auch in Ordnung“, analysierte Wiegert.