Handball / SCM

Zwei SCM-Erfolgsgaranten zwischen den Pfosten

Jannick Green und Tobias Thulin hatten großen Anteil daran, dass der SC Magdeburg die European Handball League gewann.

Von René Miller
Jannick Green ballt die Fäuste und zeigt die pure Emotion. Der Däne bot im Finale eine überragende Leistung.
Jannick Green ballt die Fäuste und zeigt die pure Emotion. Der Däne bot im Finale eine überragende Leistung. Foto: imago images

Mannheim - Als Jannick Green vor dem Endspiel gegen die Füchse beim Warmmachen den Handball locker und gekonnt mit dem Fuß jonglierte, konnte man schon erahnen, dass im Finale ein ganz anderer Green im Tor stehen wird. Dass er aber gleich 17 Paraden und eine Fangquote von 41 Prozent hinlegen würde, damit war nach dem Halbfinale sicherlich nicht zu rechnen.

Green als wertvollster Spieler geehrt

Da hatte es nur zu einer Parade gereicht, weshalb der Däne nach 20 Minuten auch frustriert sein Tor verließ. „Jeder Tag ist anders. Deshalb habe ich mich dadurch nicht verunsichern lassen und mich voll aufs Finale fokussiert. Motivieren musste mich dafür auch keiner“, erzählt er überglücklich, während die Teamkollegen immer wieder „MVP“ riefen. Denn Green wurde auch noch als „Wertvollster Spieler des Finales“ geehrt.

Reihenweise parierte er vor allem gegen seine Landsleute Lasse Andersson, Jacob Holm und Hans Lindberg. Wiegert: „Wenn die ins Laufen kommen wie tags zuvor im Halbfinale, dann wird es für uns schwer. Aber wir haben das mit einer starken Abwehr überragend gelöst. Auch dass Jannick den Füchsen am Ende, als die den Rückstand verkürzt hatten, noch einige Gegenstöße abgenommen hat, war enorm wichtig.“

Green als Titelsammler

Groß einordnen wollte Green als Weltmeister und Olympiasieger diesen Triumph aber nicht. „Mit seinem Club oder seinem Land etwas zu gewinnen, sind zwei verschiedene Sachen. Das kann man nicht vergleichen“, so der 32-Jährige, der sich eher an den Pokalsieg von 2016 erinnerte: „Das war heute so ein bisschen wie damals. Da lief auch nicht alles perfekt und wir hatten Mühe im Halbfinale. Einfach riesig, dass wir das geschafft haben. Ein wirklich unbeschreibliches Gefühl. Denn zuletzt lief es bei uns nicht so gut. Das war wirklich eine schwierige Phase. Auch deshalb ist dieser Erfolg umso schöner.“

Großes Lob für Thulin

Ein Erfolg, der zwei Garanten zwischen den Pfosten hatte. Denn im Halbfinale gegen Plock übernahm Tobias Thulin den Platz im Tor. „Tobi hat das super gemacht und wichtige Paraden gezeigt“, lobte Green.

Auch der Trainer kam ins Schwärmen. „Mit seiner Quote von 32 Prozent hat er der Mannschaft die nötige Sicherheit und ein gutes Gefühl gegeben“, so Wiegert, dessen Rotation auch auf anderen Positionen gut funktionierte. So durfte im Finale Tim Hornke für Daniel Pettersson ran und war mit sieben Toren zusammen mit Omar Ingi Magnusson bester Werfer. Hornke überglücklich: „Wenn ich mir das hätte vorher alles ausmalen können, dann genau so.“ Am Kreis funktionierte das Rotieren ebenfalls perfekt. Wiegert: „Moritz Preuss hat aus dem Nichts performt. So konnten wir mit den Kräften von Zeljko Musa und Magnus Gullerud gut haushalten.“

Tobias
 Thulin
Tobias Thulin
Foto: Eroll Popova